Mit dem Abriss der historischen Eisenbahnbrücke über die Alb begann die Bahn am 11. Oktober 2019. Die alte Brücke bot in ihrer Bauweise aus Granitsteinen eine ansprechende Optik. Nach einer siebenwöchigen Totalsperrung wurde die neue Brücke am 29. November in Betrieb genommen.

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Jeder Block wiegt eine halbe Tonne

Inzwischen sind auch die Geländer montiert und auf den kleinen Podesten stehen die Stahlmasten für die geplante Elektrifizierung. Aber was ist aus den alten Granitsteinen geworden? Schon im Vorfeld hatte sich die Gemeinde mit der Bahn geeinigt, die Brückensteine in der Gemeinde zu belassen, um sie einer neuen Verwendung zuzuführen. Daher wurden die Quader auf einem gemeindeeigenen Grundstück beim Friedhof, nahe der B 34, zwischengelagert. Es sind schwere Blöcke von beeindruckenden Dimensionen. Mehrere hundert Stück, jeder Block eine halbe Tonne schwer.

Die alte Brücke aus Granitsteinen.
Die alte Brücke aus Granitsteinen. | Bild: Manfred Dinort

Viele Verwendungen sind denkbar

Und nun? Was hat die Gemeinde mit den Steinen vor? Auf Anfrage sagte Bürgermeister Stefan Kaiser: „Es gibt noch keine konkreten Pläne oder Vorstellungen.“ Trotzdem sei es für die Gemeinde wichtig gewesen, die Steine zu sichern, um so ein Stück Geschichte zu bewahren und sie in irgendeiner Form wiederzuverwenden.“ Als Klettersteine in den Kindergärten?

Stefan Kaiser: „Das eher nicht, das wäre wohl aus Sicherheitsgründen nicht vertretbar. Eher in Form eines Sitzkreises oder einer kleinen Arena.“ Andere Möglichkeiten: Man könnte die Steine auch zur Befestigung von Böschungen oder zur Sicherung des Flussufers verwenden oder zur Verstärkung des Lärmschutzwalles entlang der B 34, der hier für das Neubaugebiet „Konversion Papierfabrik“ geplant ist.

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Mögliche Nutzung zur Dekoration

Denkbar wäre aber auch, mit den Steinen optische Akzente zu setzen, sie dekorativ in Anlagen in Stellung zu bringen, eine Felsenlandschaft zu formen oder einen Klettergarten einzurichten. Oder wie wärs mit einer Pyramide? Jedenfalls dürfen die Bürger gespannt sein, was mit den Steinen einmal passiert. Ein Blick auf die Brückenbaustelle zeigt, dass auch hier die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Die Baracken der Arbeiter stehen noch, die Zugänge zum Fluss und zur Baustelle sind noch immer versperrt.

Sanierung fast abgeschlossen

Laut Auskunft der Bahn fehlen zur Fertigstellung der Gesamtmaßnahme noch die „Flügelwände“. Das sind die Stützwände aus Stahlbeton, die den Bahndamm zu beiden Seiten der Brücke stabilisieren und den Geländesprung auffangen sollen.

Seit dem 29. November 2019 ist die neue Brücke in Betrieb.
Seit dem 29. November 2019 ist die neue Brücke in Betrieb. | Bild: Manfred Dinort

Weitere Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen stehen am benachbarten, sechs Meter breiten Durchlass für das Industriegleis der ehemaligen Papierfabrik an. Laut Terminplan der Bahn sollen die restlichen Arbeiten bis Ende September 2020 zum Abschluss gebracht werden.