Aufgeregtes Hundebellen hallt durch die ehemalige Tennishalle Albbruck. Ein schwarz-weißer Border-Collie jagt über den mit Kunstrasen ausgelegten Boden, hechtet über eine Reihe von Hindernissen und verschwindet in einem bunten Tunnel, nur um Sekunden später auf der anderen Seite wieder aufzutauchen. Agility nennt sich die Sportart, der hier von den Schweizern Nadja und Alpèr Zürrer eine eigene Halle mit zwei Feldern von je knapp 700 Quadratmetern gewidmet wurde. Hierbei wird der Hund von seinem Besitzer durch verbale und körperliche Anweisungen in möglichst kurzer Zeit durch einen festgelegten Parcours geleitet.

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Seit September vermieten die beiden hier Geräte und Trainingsflächen an Übungsgruppen, Hundebesitzer und zu Seminarzwecken an hauptberufliche Trainer. Das Agility-Fieber hat sie jedoch schon vor zehn Jahren angesteckt. Zunächst nur mit je einem, dann nach und nach mit immer mehr Hunden begannen sie zu trainieren – mittlerweile gehören sieben Tiere zu der Familie.

In der ehemaligen Tennishalle wurden zwei Felder errichtet, in denen Hundeliebhabern hochwertige Geräte zur Verfügung gestellt werden.
In der ehemaligen Tennishalle wurden zwei Felder errichtet, in denen Hundeliebhabern hochwertige Geräte zur Verfügung gestellt werden. | Bild: Marinovic, Laura

Die Geschäftsidee, das Agility-Zentrum zu eröffnen, entstand zunächst aus dem Wunsch heraus, den eigenen Hunden mehr Platz und Ausrüstung zu bieten, um ein Training unter Wettkampfbedingungen möglich zu machen. Bereits jetzt aber begeistern sich auch weitere Hundeliebhaber für den Standort am Hochrhein. Unter anderem Weltmeisterschafts-Medaillengewinner aus der ganzen Welt reisen an, um in Albbruck Seminare zu geben und Menschen für ihren Sport zu begeistern. "Agility hat sich in den letzten zehn Jahren massiv gewandelt", erklärt Alpèr Zürrer. Zunächst vor allem Freizeitbeschäftigung, sei es mittlerweile zu einem echten Leistungssport geworden. Auch das Ehepaar Zürrer hat bereits an zahlreichen Wettkämpfen, darunter Welt- und Europameisterschaften teilgenommen und gibt seine Erfahrung in Seminaren an Neulinge weiter.

Video: Marinovic, Laura

Im Sport geht es den beiden vor allem um eines: "Das primäre Ziel ist die Bindung mit dem Hund", betont Alpèr Zürrer. Beim Agility oder anderen Hundesportarten stehe vor allem die Zusammenarbeit im Mittelpunkt, die nur dann funktionieren könne, wenn Tier und Mensch sich blind verstehen. Um den Parcours zu meistern, müsse der Besitzer dem Hund durch Bewegungen, Körperstellung und verbale Anweisungen zur richtigen Zeit zeigen, welches Hindernis er zu nehmen habe – und das sei aufgrund der hohen Geschwindigkeit nur bei einem eingespielten Team möglich. "Der Hund ist der Sportler", erklärt Zürrer, "der Mensch das Navigationsgerät."

Video: Alpèr und Nadja Zürrer

Willkommen ist im Agility-Zentrum Albbruck jeder, der aktiv Zeit mit seinem Vierbeiner verbringen möchte. Insbesondere, wenn neben der Arbeit nicht viel Zeit für gemeinsame Unternehmungen bleibe, könne Agility ein guter Ausgleich zum Alltag sein, so Alpèr Zürrer – vorausgesetzt, es besteht eine enge Bindung zum Haustier. Gerade für Anfänger sei es daher enorm wichtig, diese zuhause oder in einem Kurs zunächst zu stärken, bevor es ans eigentliche Training geht. "Ich kann den Hund nicht sieben Tage die Woche zuhause lassen und dann hierher bringen", sagt Nadja Zürrer. Im Agility rege kein Futter oder Spielzeug zur Zusammenarbeit an, sondern der Wille des Hundes, seinem Besitzer zu gefallen und mit ihm etwas zu unternehmen. Möglich sei das aber nur durch Vertrauen und Zuneigung, die durch gemeinsame und regelmäßige Freizeitbeschäftigungen aufgebaut werden.

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"Viele sind überrascht, wie clever ihre Hunde eigentlich sind", stellt Nadja Zürrer fest. "Dabei muss man ihnen nur eine Chance geben, es zu zeigen." Wenn Hund und Besitzer lernen, aufeinander einzugehen, bedeute Agility für beide Seiten viel Freude.