Wie die Gemeinden Murg und Laufenburg lehnt auch die Gemeinde Albbruck den Bau und den Betrieb eines Schweizer Atomendlagers in unmittelbarer Grenznähe ab. Die Begründung: Die Risiken für die Bevölkerung sind nach jetzigem Erkenntnisstand nicht absehbar. Daher stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einer entsprechenden Stellungnahme zur zweiten Phase des geplanten geologischen Tiefenlagers in der Schweiz zu, die gemeinsam mit den Nachbargemeinden Murg, Laufenburg und Dogern verfasst wurde.

Nach wie vor, so stellte Bürgermeister Stefan Kaiser in der Sitzung klar, sei der Standort „Jura Ost“ in unmittelbarer Nachbarschaft zu Albbruck, Teil eines Sachplanverfahrens. Mit ihrer kritischen und ablehnenden Haltung stehen die vier Gemeinden nicht allein: Die gemeinsame Stellungnahme basiert unter anderem auf den Empfehlungen der „Expertengruppe Schweizer Tiefenlager“ sowie auf dem Entwurf der gemeinsamen Stellungnahme der Landkreise Waldshut, Konstanz, Schwarzwald-Baar und Lörrach.

Dazu äußerte sich auch Lothar Schlageter von den Freien Wählern: „Ich halte es für richtig, dass die betroffenen Gemeinden zusammenstehen und geschlossen ein Endlager in Grenznähe ablehnen, da die Risiken nicht wirklich kalkulierbar sind und auch für alle angrenzenden Gemeinden gleich hoch sind“. Das werde in der Stellungnahme der vier Gemeinden auch klar zum Ausdruck gebracht, während die Stellungnahme des Landkreises zu wenig deutlich sei. Der Hintergrund: Mit dem 2008 begonnenen Sachplanverfahren will die Schweiz einen oder zwei geeignete Standorte zur Tiefenlagerung schwach- und mittel- sowie hochradioaktiver Abfälle finden. In der mittlerweile abgeschlossenen ersten von insgesamt drei Etappen wurden geologische Standortgebiete definiert. In der nun zu Ende gehenden zweiten Etappe sollen drei mögliche Standorte für Tiefenlager ausgewählt werden. Einer davon, der Bereich „Jura Ost“ mit dem Bözberg, liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der deutschen Grenze. Daher haben die angrenzenden deutschen Gemeinden die Möglichkeit, sich zum Verfahren und den bisherigen Ergebnissen zu äußern.

Unter anderem sorgen sich die Gemeinden auch um das Grundwasser. Die Oberflächenanlagen in allen drei Standortgebieten liegen in unmittelbarer Nähe zum Rhein oder zur Aare. Laufenburg bezieht 80 Prozent seines Trinkwassers aus dem Tiefbrunnen Stadenhausen, Murg große Teile seines Trinkwassers aus dem Tiefbrunnen Obersäckingen, Albbruck unterhält den Tiefbrunnen Bannhag und auch Dogern nutzt einen eigenen Tiefbrunnen. Bei einer Havarie im Bereich des Endlagers bestünde die Gefahr, so die Sorge der grenznahen Gemeinden, dass es zur Verseuchung dieser wertvollen Trinkwasserreserven kommen werde.