Aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten muss der Schwaderlocher Steg vom 2. März bis voraussichtlich Mitte August gesperrt werden. Am Steg wurden inzwischen Hinweisschilder angebracht, damit sich Pendler und Passanten rechtzeitig auf die neue Situation einstellen können.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates waren Projektleiter Hans-Jörg Durst und Pressesprecher Peter Steinbeck vom Schluchseewerk und von der Radag (Rheinkraftwerk Albbruck Dogern AG) anwesend, um über die anstehenden Maßnahmen zu informieren. „Der Steg ist unsere Brücke zur Schweiz„, kommentierte Bürgermeister Stefan Kaiser. „Sie ist für uns von großer Bedeutung und wir sind sehr froh darüber, dass die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der Brücke in Angriff genommen werden.“

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Der Steg führt vom „Radlerhotel“ am Albbrucker Dreispitz über den Rhein an das Schweizer Rheinufer und zum Ort Schwaderloch. Die Grenzlinie verläuft mitten über den Steg, auf beiden Seiten stehen noch die ehemaligen Zollhäuschen. Das Zollhäuschen auf der deutschen Seite wurde von der Gemeinde Albbruck erworben und zu einem kleinen, schmucken Radlerhotel ausgebaut. „Inzwischen“, so Projektleiter Hans-Jörg Durst, „wurden zahlreiche Schäden und Altersfolgen festgestellt, die man mit bloßem Auge gar nicht unbedingt erkennen kann“. Zwischen den sechs Brückenpfeilern liegen fünf Felder, die mit Fahrbahnplatten aus Stahlbeton belegt sind. Festgestellt wurden Betonschäden mit Abplatzungen, freiliegende Bewehrungen, Korrosion an den Stahlbauteilen, den Widerlagern und den Fahrbahnplatten, Korrosion an den Rollenlagern und zahlreiche Schäden am Belag aus Gussasphalt.

Entscheidung für Textilbetonplatten

Es wurden verschiedene Sanierungsvarianten für einen neuen Belag untersucht, die Entscheidung fiel zu Gunsten von Textilbetonplatten. „Sie gewährleisten eine hohe Nutzlast, das Schwingungsverhalten ändert sich nicht, die Lebensdauer liegt bei mehr als 50 Jahren“, so Hans-Jörg Durst. „Der Belag ist nicht brennbar, schützt die Stahlkonstruktion und ist relativ sicher vor Vandalismus“. Zur Instandhaltung sei es aber erforderlich, alle 20 Jahre die Fugen neu abzudichten. Da die Brücke auch gerne von Radfahrern genutzt wird, sei es außerdem erforderlich, den Handlauf aus Sicherheitsgründen zu erhöhen und damit auch den aktuellen gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen.

Ein idyllischer Ort: Das kleine Fahrradhotel am Rheinübergang in die Schweiz, dem Schwaderlocher Steg. Der Steg (links im Bild) soll demnächst saniert werden, so dass die Brücke für sechs Monate gesperrt werden muss.
Ein idyllischer Ort: Das kleine Fahrradhotel am Rheinübergang in die Schweiz, dem Schwaderlocher Steg. Der Steg (links im Bild) soll demnächst saniert werden, so dass die Brücke für sechs Monate gesperrt werden muss. | Bild: Manfred Dinort

Erforderlich sei auch eine Betonsanierung an den Brückenwiderlagern. Ausführende Firma ist die Erne AG aus dem Schweizer Laufenburg. Die Kosten der Sanierung gehen allein zu Lasten des Schluchseewerkes. Gemeinderat Franz Brüstle (FWV) wollte wissen, ob die Gefahr bestünde, dass Bauschutt in den Rhein gelangt. Die Antwort des Projektleiters: „Die Umweltbelange werden voll berücksichtigt, die Brücke wird komplett eingerüstet, durch eine durchgängige Wanne wird verhindert, dass Bauschrott ins Wasser gelangt“.