Albbruck Schanz-Areal in Albbruck: Anwohner kündigen Widerstand gegen Bebauung in zweiter Reihe an

Auf dem ehemaligen Schanz-Areal in Albbruck ist der Neubau eines Doppelhauses mit je zwei Wohneinheiten geplant. Die Anwohner kündigen Widerstand gegen das Vorhaben an, weil sie eine Minderung der Wohnqualität fürchten.

„Wer kann schon was dagegen haben, wenn hier gebaut wird?“ Das fragten sich die meisten Gemeinderäte bei der Besichtigung des Schanz-Areals zwischen Hauensteiner Straße und Neumattstraße. Das Gelände gehört zum ehemaligen Gasthaus Schanz und macht einen total verwilderten Eindruck. Weite Teile sind von dichten Brombeerhecken überwuchert. Geplant ist hier der Neubau eines Doppelhauses mit je zwei Wohneinheiten.

„Für die Gemeinde ist es sinnvoller, Baulücken zu schließen und eine verdichtete Bauweise anzustreben, statt ständig neue Bebauungsgebiete zu erschließen“, so Bürgermeister Stefan Kaiser bei dem Vor-Ort-Termin. Um aber in der zweiten Reihe bauen zu können, sei die Aufstellung eines ordentlichen Bebauungsplanes erforderlich. „Das tut sicher niemanden weh, wenn in so einer Wildnis eine kleine Wohnanlage entsteht“, so sah es Daniel Moser (CDU). Dem stimmte auch Rolf Rüttnauer (SPD) bei, allerdings unter dem Vorbehalt: „Ich bin für eine klare Regelung vorweg, damit die Anwohner genau wissen, was auf sie zukommt“.

In der anschließenden Sitzung im Rathaus befasste sich Stefan Kaiser mit den Anregungen und Bedenken, die während der Offenlage vorgebracht wurden. Seitens der Behörden und Verbände gab es keine Einwände, lediglich Klarstellungen oder Hinweise, die von der Verwaltung entsprechend zur Kenntnis genommen wurden. Massive Kritik gab es dagegen von den Anliegern, die sich mehrfach in schriftlicher Form gegenüber der Gemeindeverwaltung geäußert hatten. In den Briefen der Anrainer heißt es unter anderem: „Aus unserer Sicht ist somit zu befürchten, dass die geplante Bebauung in der zweiten Reihe zu einer deutlichen Minderung der Wohnqualität führt.

“ An anderer Stelle: „Die geplante Stichstraße zu den neuen Häusern und die geplanten Stellplätze führen laut Plan direkt auf unsere Schlafbereiche und Freisitzflächen zu.“ Und weiter: „Unser geschätzter Freiraum und die Grünfläche ist auch das Zuhause vieler Tiere wie zum Beispiel Vögel und Eichhörnchen“. Angeboten wird auch, gegen einen akzeptablen Preis das Grundstück selbst zu erwerben. Jedenfalls wird im Namen aller Anrainer „massivster Widerstand“ gegen das geplanten Vorhaben angekündigt.

In der ausführlichen Stellungnahme der Gemeindeverwaltung heißt es unter anderem: „Innenentwicklungsmaßnahmen haben zumeist die Konsequenz, dass die Nachbarschaft die baulichen Veränderungen als Beeinträchtigungen ihrer gewohnten Lebensqualität empfinden. Die zusätzlich entstehende Belastung durch die verkehrliche Erschließung wird aufgrund der Begrenzung der Wohneinheiten als nicht erheblich eingestuft.“ Keine artenschutzrechtlichen Bedenken wurden in einer Stellungnahme des BUND geäußert, da es sich hier um eine kleinflächige Bebauung handle. Begrüßt wurde, „wenn zur Befriedung der Wohnungsnachfrager zuerst interne Baulücken geschlossen werden“.

In der anschließenden Aussprache stellte Gemeinderat Johann Kaiser (SPD) den Antrag, den Bebauungsplan genauer zu fassen, um Komplikationen von vornherein auszuschließen. „Wenn wir die Pläne neu überarbeiten, ist eine erneute Offenlage erforderlich“, so gab Stefan Kaiser zu bedenken. Er halte es für ausreichend, wenn darin festgelegt werde, dass die Neubauten sich in die Umgebungsbebauung einfügen müssten, in der Traufhöhe und in der Zahl der Stockwerke. Mit großer Mehrheit wurde schließlich der Bebauungsplan Schanz in der vorliegenden Form als Satzung beschlossen.

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