Über 100 Seiten umfasst die Sitzungsvorlage des Gemeinderates zum Bebauungsplan „Beuge“ im Ortsteil Schachen. Hier, am südlichen Ortsrand, direkt an der K 6544, soll das neue Gerätehaus der Feuerwehrabteilung Schachen gebaut werden. „Dabei geht es uns darum, den Brandschutzbedarfsplan umzusetzen, die Versorgungssicherheit im Ortsteil Schachen zu gewährleisten und die Zukunft der Feuerwehrabteilung Schachen zu garantieren“, so Bürgermeister Stefan Kaiser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. „Wenn alles nach Plan verläuft, können wir im nächsten Jahr mit den Baumaßnahmen beginnen.“

Der aktuelle Stand

Das bestehende Gerätehaus in der Hochsaler Straße entspricht längst nicht mehr den Anforderungen. Die baulichen Anlagen weisen räumliche und bauliche Defizite auf, für eine Erweiterung fehlt der Platz. Auch die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges ist vorgesehen, die erforderlichen räumlichen Kapazitäten sind jedoch nicht vorhanden.

Das bestehende Feuerwehrgerätehaus in der Hochsaler Straße: zu eng, zu klein, zu wenig Platz für eine aktive Wehr.
Das bestehende Feuerwehrgerätehaus in der Hochsaler Straße: zu eng, zu klein, zu wenig Platz für eine aktive Wehr.

Als geeigneter Standort, so Bürgermeister Stefan Kaiser, habe sich der Bereich „Beuge“ am südlichen Ortseingang mit direktem Anschluss an die Hauptstraße, die K 6544 erwiesen. Das ausgewählte Gebiet, eine unbebaute, bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche, teils im Außenbereich, hat eine Größe von 6700 Quadratmetern. Allerdings sei zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich gewesen.

In der Planung ist eine spezielle Bedarfsfläche für die Feuerwehr und die Ausweisung eines kleinen Wohngebietes vorgesehen. Geplant ist eine gebündelte Zufahrt über eine Stichstraße, mit der die Feuerwehr und die Wohnbaugrundstücke angefahren werden können. Durch Grünelemente und straßenbegleitende Bäume, so erläuterte die Mitarbeiterin Sabrina Munoz Gerteis, soll eine Gliederung und Aufwertung des Straßenraumes erzielt werden. Der bestehende, parallel zur Hauptstraße verlaufende Fußweg, soll erhalten bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Da im aktuellen Flächennutzungsplan das Areal als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist, ist eine Planänderung erforderlich. Außerdem muss eine Umweltprüfung durchgeführt werden, um die Umweltauswirkungen zu ermitteln und zu bewerten. Festgelegt wurde auch, den Ortsetter und somit auch das Ortsschild weiter nach Süden zu verlegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Entwässerung des Plangebiets erfolgt im Trennsystem, das heißt, es ist eine in Schmutz- und Regenwasser getrennt Abwasserbeseitigung einzurichten. Das anfallende Regenwasser, so die Zielvorgabe, ist weitestgehend auf den privaten Flächen zu versickern oder in Retentionsbecken aufzufangen.

Eingegangene Stellungnahmen

Daneben befasste sich der Gemeinderat mit den eingegangenen Stellungnahmen aus der ersten öffentlichen Anhörungsrunde. Dabei gab das Regierungspräsidium eine grundsätzliche Stellungnahme ab: „Unter raumordnerischen Gesichtspunkten sind hinsichtlich des Bebauungsplanes keine Bedenken geltend zu machen.“ Das Präsidium setze jedoch voraus, dass der Bedarf für die zusätzliche Wohnbaufläche im Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes noch näher begründet werde und dass die Vereinbarkeit von Feuerwehrgerätehaus und angrenzender Wohnbebauung, was den Lärmschutz angehe, gewährleistet werde.

Auch das Landratsamt erhob keine grundsätzlichen Bedenken, verwies jedoch auf die Wechselwirkung zum Flächennutzungsplan. Zahlreiche Anregungen machte der BUND zur Gestaltung der grünen Ausgleichsflächen. Auch der BUND Ortsvorsitzende, Gemeinderat Franz Brüstle (FWV), setzte sich in der Sitzung energisch für eine Optimierung der Ausgleichsmaßnahmen ein.