Erfolg für die Bürgerinitiative zum Erhalt der historischen Eisenbahnbrücke in Albbruck: Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags wird am Dienstag, 31. Juli, nach Albbruck kommen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Dies teilte MdB Felix Schreiner auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Deutsche Bahn hatte die Arbeiten für den Abriss der 162 Jahre alten Gewölbebrücke seit dem vergangenen Herbst ruhen lassen. Doch jetzt herrscht auf dem Areal in der Ortsmitte wieder Betriebsamkeit, und für Ende Juli ist eine mehrtägige Streckensperrung angekündigt.

Reaktionen

Artur Werner hatte sich im vergangenen Jahr im Namen der Bürgerinitiative zum Erhalt der im Jahr 1856 gebauten Bogenbrücke an den Petitionsausschuss des Bundestags gewandt. Am 31. Juli sollen neben den zuständigen Mitgliedern des Petitionsausschusses und den regionalen Abgeordneten auch Vertreter der Gemeinde und der beteiligten Behörden vor Ort sein. „Es freut mich, dass sich die fachlich zuständigen Kollegen im Petitionsausschuss vor Ort ein genaues Bild von der Situation verschaffen werden. Das zeigt, mit welcher Sorgfalt der Deutsche Bundestag jede der an ihn gerichteten Petitionen bearbeitet“, so Felix Schreiner. 2017 sind dem Parlament 11 500 Petitionen zugegangen. Der Sprecher der Bürgerinitiative ist von der Nachricht aus Berlin positiv überrascht: „Der Termin ist zwar spät, aber immerhin tut sich etwas. Ich hatte nicht erwartet, dass der Petitionsausschuss einen solchen Aufwand betreibt, sondern angenommen, dass über unsere Sache am grünen Tisch entschieden wird“, so Artur Werner gegenüber unserer Zeitung.

Zweifel an Bahn-Angaben

Werner will für den 31. Juli alle Abriss-Gegner mobilisieren. „Es ist gut, dass wir dann nochmals darlegen können, dass die alte Brücke zu wesentlich geringeren Kosten erhalten werden kann als von der Bahn behauptet“, so Artur Werner. Ihm ist aber klar, dass die Entscheidung des Auschusses auch nach der Visite in Albbruck immer noch zugunsten eines Brücken-Neubaus ausfallen kann.

„Nach über 160 Jahren hat das Bauwerk das Ende seiner technischen Nutzungsdauer erreicht: Vor allem aufgrund fehlender Abdichtungen dringt Feuchtigkeit in die Brücke ein, wodurch die Festigkeit der Baumaterialien geschwächt wird. Um eine weitere Nutzung für den Bahnverkehr sowohl allgemein als auch im Rahmen der geplanten Elektrifizierung der Hochrhein-Strecke Basel-Konstanz zu ermöglichen, wird eine neue Stahlbetonbrücke gebaut“, heißt es auf der Homepage der Bahn.

Stahlbeton statt Naturstein

In Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden waren im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens Möglichkeiten zum Erhalt der alten Gewölbebrücke untersucht worden. Die Bahn hatte dargelegt, dass ein Neubau wirtschaftlicher sei als eine Sanierung und erhielt von den beteiligten Behörden grünes Licht. Die Bürgerinitiative hatte sich erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens gebildet und einen Schweizer Fachmann aufgeboten, der deutlich geringere Sanierungskosten als die von der Bahn behaupteten ermittelte.

Während die alte Brücke eine Gewölbebrücke aus Naturstein war, ist der Neubau als rechteckige Stahlbeton-Konstruktion geplant. Entsprechend der Sicherheitsrichtlinien wird der Gleisabstand von 3,5 auf vier Meter vergrößert. Dafür müssen der Bahndamm verbreitert und Gleis 1 auf einer Länge von circa 450 Metern umgebaut werden.