Neue Perspektiven zeichnen sich für das Bahnhofsareal ab, zwischen Postgebäude und dem neuen Senioren- und Pflegezentrum. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat eine zweite Änderung des Bebauungsplans „Bahnhofstraße“. Mit der ersten Änderung, die im Mai 2014 beschlossen wurde, wurden die Voraussetzungen für den Bau des Senioren- und Pflegeheimes geschaffen und weitere Vorgaben zur Bebaubarkeit festgelegt. Nun möchte ein privater Investor, der selbst auch in der Sitzung anwesend war, einen Teil des Areals bebauen, möglicherweise mit einem Ärztehaus. Um bei der Planung flexibel zu sein, wünscht sich der Investor jedoch ein möglichst großes Baufenster. Dazu wäre eine zweite Änderung des Bebauungsplanes erforderlich, die anschließend auch vom Gemeinderat gebilligt wurde. Betroffen ist das Flurstück 421/1, Bahnhofstraße 14, das zu einem Teil mit einer Fahrzeughalle überbaut ist, die von der Post genutzt wird. Grundsätzlich ist der Bereich als Mischgebiet ausgewiesen, so dass die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau von Wohn- und Gewerbeflächen gegeben sind. Möglich wäre eine viergeschossige Bauweise, so Bürgermeister Stefan Kaiser, wenn das benachbarte Pflegeheim als Maßstab herangezogen werde.

Derzeit wird das Grundstück von der Post als Verteilerzentrum und zum Abstellen ihrer Fahrzeuge genutzt. In dem Zusammenhang beklagte Helga Dietenberger (SPD) das ständige Park-Chaos, verursacht durch die vielen Pendler, Postfahrzeuge und Besucher des Pflegeheimes. Auch Josef Tröndle (CDU) sprach von einer „katastrophalen Parksituation“. Schuld daran seien vor allen die vielen Pendler, die kreuz und quer ihre Fahrzeuge abstellten, oft auch auf den Grünflächen.

Rolf Rüttnauer (SPD) monierte: „Hier wird um den heißen Brei herumgeredet, ich würde gern genau wissen, was da tatsächlich geplant ist!“ Darauf hin meldete sich der Investor, Egbert Hierholzer aus Buch, zu Wort: „Die Post will eigentlich da raus, weil das Chaos zu groß und das Rangieren mit den Lkw’s zu schwierig geworden ist.“ Verschärft werde die Problematik durch den Liefer- und Besucherverkehr des anliegenden Pflegeheimes. Hierholzer wünscht sich für sein Vorhaben ein großes Baufenster, um bei der Planung, die noch keine konkrete Form angenommen habe, möglichst flexibel agieren zu können. Aus seiner Sicht sei der Standort ideal für ein Ärztehaus. Dazu Bürgermeister Stefan Kaiser: „Das Parkplatzproblem kann erst gelöst werden, wenn das Areal der ehemaligen Papierfabrik zur Verfügung steht, denn da sollen auch Parkplätze für die Pendler eingerichtet werden." Zum Post-Standort äußerte Kaiser die Vermutung: „Wenn die Wagenhalle weg ist, geht auch die Post.“

Zum Thema Ärztehaus nahm der Bürgermeister keine Stellung. Jetzt ginge es erst mal darum, das Änderungsverfahren in Gang zu bringen und dafür die erforderlichen Weichen zu stellen. Der Gemeinderat stimmte der Planungsänderung zu und fasste den Beschluss zur Offenlage.