Gut besucht war der Vortrag von Carsten Rübsaamen, der in der Albbrucker Gemeindehalle das außergewöhnliche Projekt „Mit Büchern Brücken bauen“ vorstellte. Das Unteralpfener Büchereiteam und das Bildungswerk St. Laurentius hatten zu diesem Abend eingeladen an dem sich die Möglichkeit bot, mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen und bei netten Begegnungen den Abend ausklingen zu lassen.

Die frühen Erfahrungen in der Gemeinschaft und die dem jungen Pfadfinder damals schon übertragenen Aufgaben hätten den Gründer von bookbridge.org schon früh nach der Antwort nach dem Zweck des eigenen Tuns suchen lassen. Mit seiner Feststellung, dass mit der eigenen Erfüllung die Bereitschaft wachse für andere etwas tun, nahm Carsten Rübsaamen seine Zuhörer mit in die Welt seiner Erfahrungen und den damit verbundenen Erfolgen für andere.

Aus bescheidenen Anfänger heraus, sei das Projekt bookbridge gewachsen. Bei der Begegnung mit Schülern in der Mongolei habe der junge Pfadfinder Rübsaamen festgestellt, dass Schulbücher dort nicht bekannt und somit auch die Wege zum Blick über die eigene Umgebung hinaus unmöglich waren. Mit seiner Idee englischsprachige Bilder-, Geschichts- und Unterrichtsbücher zu sammeln, konnte er andere Menschen in der Heimat infizieren, so dass binnen kurzer Zeit 13 095 den Weg von Neumark in der Oberpfalz in die Mongolei nehmen konnten. Mit seinem persönlichen Eifer einerseits und der Veränderungsbereitschaft einer dortigen Lehrerin, die ihren sicheren Job aufgab, um mit einem neuen Projekt die lokale Bevölkerung zu erreichen, konnte schließlich im September 2009 das erste Lernzentrum in der Mongolei seinen Betrieb aufnehmen.

Von dieser neuen Idee und ihrer Nachhaltigkeit ließen sich auch zwei große deutsche Schulbuchverlage beeindruckten, die neben einer riesigen Buchspende zudem mit Darlehen den weiteren Aufbau von Lernzentren sichern. Ziel dieser Bildungseinrichtungen für die Bevölkerung sei es nach sechs Monaten finanziell unabhängig zu sein. 23 von insgesamt 28 Lernzentren in vier Ländern konnten dies bislang erreichen und 2900 Lernenden Wissen vermitteln und praktische Hinweise geben. „Auch künftig müssen Menschen bereit sein, ihre Komfortzone zu verlassen und sich Größeres zutrauen, um sich selbst weiterzuentwickeln“, versicherte Carsten Rübsaamen. Mit Beispielen wie Führungskräfte aus Unternehmen diese Idee mit fremden Menschen umsetzten und so letztlich mit wertvollen menschlichen und sozialen Erfahrungen an den Arbeitsplatz zurückkehrten, verdeutlichte der bis heute überzeugte Pfadfinder und promovierte Wirtschaftswissenschaftler, dass mit unternehmerischem Denken soziale Ziele zu erreichen sind.