Im Herbst des vergangenen Jahres hat die Bahn begonnen, die Baustelle für den umstrittenen Neubau und Abriss der historischen Eisenbahnbrücke einzurichten. Zwei Hochwasser, das letzte am 5. Januar, haben die Arbeiten zunichte gemacht. Beide Male wurden die Verrohrung im Flussbett und der angeschüttete Kies zur Stabilisierung von den Wassermassen der Alb weggerissen. Anwohner wie Heinz Albütz befürchten, dass die massenhafte Kies-Einschwemmung im Flußbett bis zur Einmündung in den Rhein Schäden im Ökosystem der Alb nach sich ziehen wird. Doch das Landratsamt gibt Entwarnung.

"Es ist aus wasserwirtschaftlicher Sicht natürlich ein bedeutsamer Vorgang, der von uns zu beachten und zu begleiten ist. Es liegt aber keine Gewässerverunreinigung vor", teilt der Sprecher der Waldshuter Kreisbehörde, Michael Swientek, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Man habe der Bahn im Zuge des Genehmigungsverfahrens die Auflage gemacht, für die Herstellung der Baustellenplattform in der Alb Schadstoff freien, möglichst feinteiligen Schotter zu verwenden. Dieser sollte nach Abschluss der Arbeiten im Flussbett als Geschiebe verbleiben, um neue Lebensräume zu schaffen.

Nach dem Hochwasserschaden vom 12. November hatte ein gemeinsamer Ortstermin mit der Deutschen Bahn und den zuständigen Umweltbehörden statt gefunden. Das Amt für Umweltschutz des Landratsamtes kam dabei zu der Auffassung: "Die infolge des Hochwassers stattgefundene unfreiwillige Geschiebezugabe wird (...) gewässerökologisch insgesamt positiv gewertet."

Im Dezember erfolgte im Auftrag der Deutschen Bahn eine Begutachtung der beschädigten Verrohrung durch den Hersteller. Der Rohrausbau musste wegen des hohen Wasserstandes auf Anfang Januar verschoben werden. Doch das neuerliche Hochwasser der Alb hat den bereits verschobenen Röhren dann völlig den Garaus gemacht und sie teilweise weggespült. "Das Landratsamt hat daraufhin die Bahn aufgefordert, das Profil in seiner Lage zu stabilisieren und aus der Alb zu entfernen, sobald es die Wasserverhältnisse zulassen", sagt Michael Swientek.

Die Frage, ob die Bahn Hochwasserereignisse bei ihren Planungen an der Alb-Brücke außer Acht gelassen hat, verneint Bahnsprecher Michael Greschniok. Ihm zufolge hätte die installierte Verrohrung sowohl im November als auch Anfang Januar den Hochwassern Stand halten müssen. Im ungünstigeren Fall wäre die Verrohrung eben überspült worden. Aber: "Die Einbauteile sollten anprallsicher ausgeführt werden." Der Schadenshergang werde derzeit untersucht. Danach will die Bahn entscheiden, ob eine Wiederherstellung mit Modifikationen oder eine Neukonzeption für die Arbeitsebene erforderlich wird. Angaben zu Mehrkosten könne man derzeit noch nicht machen.