Die Kommunalwahlen 2019 standen im Fokus der Freien Wähler, die im Gasthaus „Sawasdee“ im Albbrucker Gewerbegebiet ihre Hauptversammlung abhielten. Nach dem Trauerspiel, das sich in den letzten Monaten in Berlin abgespielt habe, so der Vorsitzende Lothar Schlageter, sei es gut und wichtig, dass es mit den Freien Wählern, zumindest auf lokaler Ebene, eine Alternative gäbe. Dann appellierte er an die Mitglieder: „Wichtig ist, rechtzeitig Leute anzusprechen, die bereit sind, für uns zu kandidieren und die aktiv in der Kommunalpolitik mitwirken wollen“. Schön wäre es aber auch, wenn sich die Leute von sich aus an uns wenden würden, erklärte Franz Brüstle, der nach zehn Jahren Pause 2019 selbst wieder für den Gemeinderat kandidieren will.

Frischen Wind möchte Schlageter in die Wahlveranstaltungen bringen. Statt der bisherigen Einzelveranstaltungen, die kaum noch Besucher angelockt hätten, wünsche er sich eine Gemeinschaftsveranstaltung mit allen Fraktionen in Form einer Podiumsdiskussion. „Damit gehen wir einen Schritt auf die Wähler zu, denn wir können nicht erwarten, dass sie alle Wahlveranstaltungen besuchen“. Dann nahm er zu den regionalen Themen Stellung.

  • Gemeindepolitik: „Die Gemeinde Albbruck befindet sich im Umbruch“, erklärte Schlageter. „Überall entstehen neue Baugebiete, unser Bürgermeister setzt starke Impulse und bringt vieles voran“. Als Beispiele nannte er den geplanten Ausbau der Schulen und Kindergärten, die Planung eines neuen Wohnviertels auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik und die Bewerbung für das neue Kreisspital. „Albbruck wäre ein guter Standort und ich hoffe, dass wir den Zuschlag bekommen.“
  • Kreisspital: Gleichzeitig äußerte Schlageter aber auch deutliche Kritik an der Krankenhauspolitik des Kreises. Aus seiner Sicht sei das Krankenhaus Bad Säckingen viel zu früh geschlossen worden, „da wurde der zweite Schritt vor dem ersten getan“ und das aus rein ökonomischen Gründen. Hinzu käme die schwierige Personalsituation durch die Nähe zur Schweiz. Auch die neu geplante Bettenkapazität hielt er für zu klein. „Anderswo werden Krankenhäuser mit 400 Betten zugemacht, Lörrach plant 700 Betten.“ Er selbst werde für sich die Konsequenz ziehen und nicht mehr für den Kreistag kandidieren. „Für die vom Kreistag herbeigeführte Situation bei der derzeitigen stationären Versorgung im Spital Waldshut kann ich die Verantwortung nicht länger mittragen“.
  • Abfahrt Hauenstein: Da habe das Regierungspräsidium den Versuch gemacht, sich aus der Schusslinie zu bringen und die Planung der DEGES übertragen. „Seitdem geht garnichts mehr“, so Schlageter. Da stelle sich für ihn die Haftungsfrage, „denn die Abfahrt Hauenstein bleibt weiterhin ein Unfallschwerpunkt.“ Bei der Neuplanung müsse auch die Anbindung an das künftige Kreisspital berücksichtigt werden.
  • Albtalstraße: Da wünsche er sich eine pragmatischere Vorgehensweise. „Auf einer solchen Strecke wird es immer die Gefahr eines Steinschlages geben“. Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, dass die Strecke für weitere vier Jahre gesperrt bleiben soll.