Nach jahrelangen Verhandlungen mit der Karl-Gruppe wechselte Ende Dezember die Kläranlage der ehemaligen Papierfabrik Albbruck in den Besitz des Abwasserzweckverbands Vorderes Albtal (AVA). Der Kaufpreis betrug 934 681 Euro, zuzüglich 113 052 Euro für das Grundstück. Für die Sanierung und Umstrukturierung der Anlage muss der Verband, dem die Gemeinden Albbruck, Görwihl, Dogern und die Schweizer Gemeinde Schwaderloch angehören, in den nächsten Jahren die Summe von 7,2 Millionen Euro aufbringen, erhält aber 70 Prozent Landeszuschüsse.

In der jüngsten Sitzung des AVA erklärte der Verbandsvorsitzende, Albbrucks Bürgermeister Stefan Kaiser: „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie wir die anstehenden Baumaßnahmen zügig abwickeln können.“ Ein großer Teil der Anlagen muss stillgelegt, die Überkapazitäten müssen abgebaut werden. Das größere der beiden Betriebsgebäude ist nicht mehr sanierungsfähig und muss an anderer Stelle des Betriebsgeländes neu aufgebaut werden. Ein Neubau am alten Platz ist wegen der Hochspannungsleitungen, die hier das Gelände queren, nicht möglich, erklärte Kaiser.

Nach dem Planungskonzept, das vom Ingenieurbüro Weber ausgearbeitet wurde, muss mit einer zweijährigen Umbauphase gerechnet werden. In einem ersten Schritt stimmte die Verbandsversammlung der Vergabe der Tragwerksplanung für den Neubau des Betriebsgebäudes zu. Den Zuschlag erhielt das Ingenieurbüro Rotkamm aus Birkingen für 48 000 Euro.

Um das Management bei den Bauarbeiten zu erleichtern, ist es geplant, dem Vorsitzenden die Vollmacht zu erteilen, Aufträge für Bauleistungen und maschinentechnische Ausrüstungen in eigener Verantwortung bis zu einer Größenordnung von 250 000 Euro zu vergeben, und für bis zu 500 000 Euro für Maßnahmen, die mit den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden abgesprochen wurden. „Damit wir nicht bei jeder Maßnahme die Verbandsversammlung einberufen müssen“, begründete Stefan Kaiser dies.

In der Praxis würde das dann so aussehen: Vergaben durch den Verbandsvorsitzenden werden jeweils per E-Mail an die Verbandsmitglieder weitergegeben. Wenn jedoch vergaberechtliche Bedenken vorliegen, ist grundsätzlich die Verbandsversammlung einzuberufen. Ergänzend machte der Görwihler Bürgermeister Carsten Quednow den Vorschlag, zu diesem Punkt auch die Zustimmung der Gemeinderäte der Mitgliedsgemeinden einzuholen. Seinem Vorschlag wurde zugestimmt.

Verbandsrechner Josef Knobel stellte den Rechenschaftsbericht 2017 vor – „die letzte Jahresrechnung ohne eigene Kläranlage“, merkte Stefan Kaiser an. Der Etat hat ein Gesamtvolumen von 2,4 Millionen Euro. Aufgrund der Übernahme der Kläranlage kletterte das Aktiv-Vermögen des Verbands auf 3,1 Millionen Euro. Anschließend legte Knobel auch den Haushaltsplan 2018 zur Beschlussfassung vor. Der Plan weist ein Volumen von 2,8 Millionen Euro aus, wobei 1,9 Millionen auf den Verwaltungs- und 1,5 Millionen auf den Vermögenshaushalt entfallen. Mit 953 000 Euro schlagen die Betriebskosten zu Buche. Dazu sagte Stefan Kaiser: „Nach dem Umbau werden wir eine topp Anlage haben und können dann auch mit einer deutlichen Senkung bei den Betriebskosten rechnen.“