Wie kann der Gebäudekomplex rund um die Schule Buch, mit Kindergarten und Gymnastikhalle, zeitgemäß und klimafreundlich beheizt werden? Dazu hatte die Gemeinde ein Konzept ausgearbeitet, das von Walter Hausin, Mitarbeiter im Bauamt, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorgestellt wurde.

Der Kerngedanke ist, einen Teil des Energiebedarfs aus der benachbarten Biogasanlage des Winkler-Hofes zu beziehen. „Erste Verhandlungen haben gezeigt, dass es sich für beide Seiten lohnen würde“, so Bürgermeister Stefan Kaiser. „Ein rundes Konzept, das im Grunde allen Beteiligten zugutekommen würde“, meinte auch Walter Hausin. Ins Gewicht fallen allerdings die hohen Leitungskosten bis zur Schule, mehrere hundert Meter, die vom Anbieter getragen werden müssten.

Die Alternative wäre, so Hausin, die bestehende Heizungsanlage aufzurüsten. Günter Renk (SPD) erklärte: „Was wäre ökologisch und ökonomisch sinnvoller, als die bereits vorhandene Wärmequelle zu nutzen?“ Marion Kuder (CDU) fragte: „Haben wir auch die Gewähr, dass die Lieferungen von Dauer sind?“ Stefan Kaiser: „Die Laufzeit würden wir vertraglich auf 20 Jahre festschreiben“.

Beim Neubau des Kindergartens und der Gymnastikhalle (2006), so führte Hausin aus, wurde auch eine Heizzentrale installiert, die aber in ihrer Kapazität derzeit nicht ausreichen würde, die Schule voll mitzuversorgen. Aber es wurden Querverbindungen geschaffen, um zu einem späteren Zeitpunkt auch die Schule an die Zentrale, die in einem Anbau zwischen Gymnastikhalle und Schule untergebracht ist, anschließen zu können.

Bereits 2010 wurde an der Schule eine Außensanierung mit Wärmedämmung durchgeführt, sodass der Energieverbrauch um etwa 40 Prozent gesenkt werden konnte. Steuerungstechnisch hatte die Schulheizung den großen Nachteil, dass nicht bedarfsorientiert geheizt werden konnte. Wenn außerhalb der Schulzeiten einzelne Räume genutzt wurden, musste der gesamte Schulkomplex mitbeheizt werden. Die jetzt installierten Heizaggregate für Gymnastikhalle und Kindergarten würden den Heizungsbedarf für alle drei Gebäude nur zu etwa 80 Prozent decken. Da gundsätzlich vorgesehen ist, den rund 35 Jahre alten Heizkessel der Schule still zu legen, wäre demnach der Bedarf an Heizenergie nicht mehr ausreichend gedeckt.

Die Alternative wäre gewesen, den Brennwertkessel in der Heizzentrale durch ein größeres Aggregat zu ersetzen. Doch dann bahnte sich die neue Lösung mit der Biogasanlage an. In der Anlage wird über ein BHKW (Blockheizkraftwerk) Strom und Wärme erzeugt. Der Strom wird ins Netz eingespeist, die Wärme wird überwiegend in die Atmosphäre abgegeben. Der Gemeinderat stimmte dem Konzept zu und erteilte der Gemeinde die Vollmacht, einen entsprechenden Liefervertrag abzuschließen.