Seit vielen Jahrzehnten stellen Künstler ihre Werke im Albbrucker Rathaus aus. Sie kamen aus Region oder aus Nachbarländern und Italien. Doch die neueste Kunstschau, die ab Freitag, 8. März, für drei Wochen im Foyer des Rathauses zu sehen ist, stellt eine Premiere dar: Zu sehen sind Aquarelle und Acrylbilder der indischen Malerin Sathya Deepa. Die End-Zwanzigerin lebt und arbeitet in Chennai in Südindien. Dass sie ihre Werke in Albbruck ausstellen kann, hat die junge Mutter Elke Rienecker aus Buch zu verdanken.

Mehr Arbeit als gedacht

„Dass in der Vorbereitung dieser Ausstellung so immens viel Arbeit auf mich zukommt, hätte ich nicht geahnt“, erzählt die Erzieherin im „Sonneblume-Kindergarten“ in Schachen. Nur mit der großen Unterstützung von Freunden und hiesigen Kunstfreunden sei es ihr gelungen, das ganze Pensum zu schultern. Rienecker, die mit ihrem Mann und zwei ihrer drei Kinder von 2015 an ein Jahr lang in Indien gelebt hat, wollte während ihres Aufenthalts die dortigen Menschen unterstützen.

Blumen und viele andere Motive zeigt die Ausstellung mit Bildern von Sathya Deepa aus Südindien.
Blumen und viele andere Motive zeigt die Ausstellung mit Bildern von Sathya Deepa aus Südindien. | Bild: Doris Dehmel

„Indien ist ein schönes, aber auch schreckliches Land“, sagt Elke Rienecker. Seither engagiert sie sich für eine kleine Schulinitiative in Chennai. Dort werden 35 Kinder mit körperlichen und geistigen Auffälligkeiten bis Klasse sieben unterrichtet. Hier kam es auch zum ersten Kontakt mit der Malerin Sathya Deepa. Mit ihr hat Elke Rienecker vereinbart, dass der Erlös der Albbrucker Ausstellung der Bildungsinitiative in Chennai zufließen wird.

Transport auf inoffiziellem Weg

„Anfangs hatte ich mir wenig Gedanken gemacht, wie die Bilder hierher kommen werden“, sagt Elke Rienecker. Über private Kontakte war es der ehrenamtlichen Galeristin möglich, die knapp 30 ungerahmten Bilder quasi als Souvenirs im Gepäck von Indien-Reisenden nach Albbruck zu bringen. „Wenn die Rahmen in Indien auch wesentlich billiger wären als in Deutschland, gab es doch nur diese eine Lösung, um die Bilder nicht auf dem offiziellen Transportweg schicken zu müssen.“

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Freunde und Bekannte von Elke Rienecker haben Rahmen zur Verfügung gestellt und mitgeholfen, dass die Gemälde von Sathya Deepa auch richtig zur Geltung kommen. Die Inderin malt in unterschiedlichen Techniken und realisiert gleichermaßen abstrahierte wie auch gegenständliche Motive aus ihrer Heimat. „Diese Ausstellung ist ein aufwendiges Gemeinschaftswerk. Und dass die Vernissage von der Band The Roaring Tomtits mitgestaltet wird, freut mich besonders“, sagt die Kunstvermittlerin aus Buch.