In Albbruck gibt es acht Kindergärten, trotzdem sind die Plätze knapp. Das hat zur Folge, dass viele Eltern ihr Kind gleichzeitig in zwei oder drei Kindergärten anmelden, um sich einen Platz zu sichern. Bislang vergibt jeder Kindergarten in eigener Regie seine verfügbaren Plätze. Das soll sich nach einem Beschluss des Gemeinderates mit der Einführung des EDV-Programms „Little Bird“ ändern. Dies war Thema im Gemeinderat.

In den Zeiten, in denen es keinen Platzmangel gab, war die bisherige Praxis sinnvoll. Mit der Erweiterung der Betreuungsangebote und der Einführung der Ganztags- und Kleinkindbetreuung wurde die Handhabung jedoch deutlich komplizierter. Mit den wieder steigenden Geburtenzahlen und dem Zuzug in den Baugebieten hat sich die Lage zusätzlich verschärft. Gleichzeitig, so erklärte Hauptamtsleiter Ralf Kuhlmey in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, könne die Schaffung neuer Plätze mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Hinzu komme der zunehmende Fachkräftemangel.

Verzweifelte Suche nach Plätzen

„Die Auseinandersetzung mit Eltern, die verzweifelt um freie Plätze kämpfen, gehört mittlerweile zum Tagesgeschäft der Kindergartenleitung und teilweise auch der Verwaltung“, berichtete Kuhlmey. Die Kinder werden demnach mehrfach registriert und auf Wartelisten gesetzt. Bürgermeister Stefan Kaiser erklärte: „Der Überblick, wer, wo und für wann jemanden angefragt hat, geht damit gänzlich verloren.“

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Daher benötige die Gemeinde ein spezielles Koordinationsverfahren für die Platzvergabe. Damit könne zwar nicht der generelle Mangel an Kindergartenplätzen beseitigt werden, es werde aber dazu beitragen, die bestehenden Ressourcen besser zu nutzen. Infrage käme ein EDV-Koordinationsverfahren, das System „Little Bird“, das jährliche Kosten in Höhe von fast 6000 Euro verursachen würde. Daneben gebe es eine Variante des Landes, die aber auch mit einem hohen Personalaufwand verbunden wäre.

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Der Vorteil des Systems „Little Bird“: Der Funktionsumfang sei deutlich größer, die Platzvergabe werde vom ersten Antrag seitens der Eltern bis zum Abschluss des Betreuungsvertrags vollumfänglich elektronisch abgewickelt und dokumentiert. Bedient werde das System nach einer Anlernphase vor Ort durch die jeweilige Einrichtungsleitung. Gleichbehandlung und nachvollziehbare Dokumentation seien dabei unerlässlich. Vorrangige Kriterien seien „Berufstätigkeit“ oder „Alleinerziehung“, gefolgt vom Kriterium „Alter“.

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In zweiter Linie folgen die Kriterien wie „bereits betreute Geschwisterkinder“ oder „Wohnung im Einzugsgebiet“. Das der Gemeinde vorliegende Angebot gewährt einen Rabatt von zehn Prozent und beinhaltet die elektronische Abwicklung für acht Kindergärten, zwei Schulen und eine Tagespflegeperson. Eine Erweiterung des Systems, so Stefan Kaiser, sei jederzeit möglich, die Kosten würden sich auf rund 300 Euro für jede zusätzliche Einrichtung belaufen. Britta Ebner (SPD) merkte dazu an, dass das System auch in Waldshut eingeführt wurde, dass aber nicht jeder mit der Handhabung zurechtkomme.

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