Unteralpfen – Alljährlich lädt der Verband der Badischen Kleinbrenner zur Eröffnung der Brennsaison ein. Ziel ist es zukunftsorientierte Betriebe kennen zu lernen, sich auszutauschen und Neuigkeiten vom Verband und politischer Seite zu erfahren. Gastgeber war in diesem Jahr Stefan Marder aus Unteralpfen, der die mit vielen Auszeichnungen dekorierte Brennerei von seinem Vater Edmund übernahm, der schon vor Jahren innerhalb der Destillateure für Edelbrände zu Weltmeisterehren kam.

Verbandsvorsitzender Ulrich Müller nahm sich in seinen Ausführungen vornehmlich dem vor zwei Jahren realisierten Wegfall des Brandweinmonopols an. Dadurch seien spontan drei Millionen Liter Alkohol auf den Markt gelangt. „Um die Obstbrände zu vermarkten, wird nach Lösungen gesucht. Wir hoffen, dass die Zahl der Brennereien nicht wegbricht“. Dankbar sei man dafür, dass auch die badischen Brenner bei der Grünen Woche in Berlin als Teil der Genussregion Baden-Württemberg dabei sein können, so Müller.

Konrad Rühl lobte als Vertretung von Landwirtschaftsminister Haug die Anstrengungen der Brenner beim Erhalt der Streuobstwiesen und die damit verbundene Landschaftspflege. Am Beispiel starker Direktvermarkter müsse versucht werden, gemeinsam neue Märkte zu erschließen, um die zusätzlich vorhandenen Alkoholmengen vermarkten zu können. Weltweit sein ein Zuwachs auf beim Spirituosenmarkt festzustellen. In einem Bereich wie Baden wo regional produziert und regional vermarktet werde, bringe auch der steigende Tourismus neue Marktmöglichkeiten. Auch für Betriebsinhaber Stefan Marder sind die Obstbrände das Kerngeschäft. Whisky und Gin sieht der Vollerwerbsbrenner als wertvolle Ergänzung. „Wir Brenner vermarkten Tradition und die mit Heimat verbundene Natur. Wer an Schwarzwald denkt, müsse damit automatisch die badischen Brände in Verbindung bringen.“

Abteilungspräsident Michael Krumm vom Regierungspräsidium Freiburg sieht in der Direktvermarktung, wie sie ausschließlich in der Brennerei Marder erfolgreich betrieben werde, den richtigen Weg. Vielfach werde das Brennen als Hobby betrieben, was aber dennoch dem Erhalt der Streuobstwiesen entgegenkomme. Krumm rief die Brenner auf die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die vom Land finanziell gefördert werden zu nutzen. Den Beruf des landwirtschaftlichen Brennermeisters gebe es nur in Baden-Württemberg.

Kleinbrenner

In Baden gibt es 12 000 Kleinbrenner. 8 000 davon sind allein in der Ortenau ansässig. 200 Brennereien gibt es im Landkreis Waldshut. Viele von ihnen hatten bis vor zwei Jahren einen wesentlich Teil des erzeugten Alkohols über das Brandweinmonopol abgegeben. Bezirksvorsitzender ist Stefan Marder aus Unteralpfen. Kontakt unter Telefon 07755/2 38.