In der Gemeinde Albbruck gibt es zwei Schulbezirke: die Grundschule Buch mit ihrer Außenstelle Unteralpfen und die Gemeinschaftsschule Albbruck. Aber die Außenstelle Unteralpfen wird zum neuen Schuljahr wegen rückläufiger Schülerzahlen geschlossen.

Rückbau setzt sich fort

Damit setzt sich der Rückbau der ehemaligen Grund- und Hauptschule Buch fort, die noch bis in die 70er Jahre drei Außenstellen hatte: Birkingen, Birndorf und Unteralpfen. Dann kamen die Schulreformen, mit dem Ziel, alle Schüler in Jahrgangsklassen zu unterrichten. Das hatte Konsequenzen für die Schule Buch, die in der Folge zu einer reinen Grundschule schrumpfte, während die Hauptschüler, auch im Zuge der Gemeindereform, in Albbruck unterrichtet wurden.

Früher noch viele Klassen

Bei einem Blick auf das Jahr 1973 ergibt sich folgendes Bild: In Birndorf werden die Klassen eins und zwei unterrichtet, in Birkingen die Klassen drei und vier und in der Schule Unteralpfen, die über vier Klassenzimmer verfügte, die Parallelklassen eins bis vier. Die Hauptschüler waren zu der Zeit noch in der Schule Buch untergebracht, anfangs bis zur achten Klasse, dann, mit der Einführung des neunten Schuljahrs, bis zur neunten Klasse.

Volksschule vereinte alle Jahrgänge

Früher, als es noch Volksschule hieß, wurden alle Klassen vor Ort in kombinierten Klassen unterrichtet. Im Extremfall gab es die einklassige Dorfschule, in der alle Schüler vom ersten bis zum achten Schuljahr in einem Raum und von einem Lehrer unterrichtet wurden. Das lief dann etwa so ab: In den ersten beiden Stunden wurde die Oberstufe separat unterrichtet, in der dritten und vierten Stunde alle zusammen und in der fünften Stunde die Unterstufe allein. Lücken im Stundenplan wurden durch den Nachmittagsunterricht abgedeckt. Für etwas Abwechslung sorgte der Pfarrer, der den Religionsunterricht erteilte oder auch die Handarbeitslehrerin.

Erste Zäsur

Die Ferienzeiten wurden vielfach den Bedürfnissen der Landwirtschaft angepasst, die Heu- und Kartoffelferien sind heute noch für viele Dorfbewohner ein gängiger Begriff. Erst mit der Einrichtung der Nachbarschaftsschulen wurde eine einheitliche Ferienregelung notwendig. In Birkingen und Birndorf standen jeweils zwei, in Unteralpfen vier Klassenzimmer zur Verfügung.

Sporthalle als Vorteil

Als dann die Hauptschüler in Albbruck zur Schule gingen, wurden 1983 gegen den heftigen Widerstand der Eltern die Schulhäuser in Birkingen und Birndorf geschlossen. Die Grundschulklassen wurden zweizügig geführt, ein Zug in Buch, der andere in Unteralpfen. In Unteralpfen hatten die Schüler lange den großen Vorteil, dass eine Halle für den Sportunterricht zur Verfügung stand. In Buch gibt es erst seit 2006 eine etwas kleinere Schulsporthalle.

Möglicherweise Ausweichquartier während der Schulrenovierung in Buch

Dann nagten die rückläufigen Schülerzahlen immer mehr an der Substanz der Schulen. Die Grundschulklassen konnten nicht mehr alle zweizügig geführt werden, sodass es in den Schulhäusern in Buch und Unteralpfen zu Leerständen kam. Deshalb wurde jetzt auch die Schließung der Unteralpfener Schule beschlossen. Dazu erklärte Bürgermeister Stefan Kaiser: „Es war nie im Sinne der Gemeinde, Schulen zu schließen. Aber im Moment bleibt uns keine andere Wahl.“ Dabei hält er es für möglich, während der anstehenden Innenrenovierung der Schule Buch, vorübergehend wieder einzelne Klassen nach Unteralpfen auszulagern.

Zentrale Unterbringung mit besserer Abstimmung

Allerdings hat es auch ökonomische und organisatorische Vorteile, wenn alle Klassen zentral in einem Haus unterrichtet werden. Die Lehrer können ihre Deputate und den Fachunterricht besser aufeinander abstimmen, die Lehr- und Lernmittel sind alle an einem Ort.

Auch Grundschule in Buch vor Umstrukturierung

Kann nun wenigstens die Schule Buch auf eine sichere Zukunft bauen? Einerseits ja, denn die Schülerzahlen haben sich inzwischen stabilisiert. „Andrerseits plant aber das Kultusministerium, eigenständige Grundschulen nur dann noch zu genehmigen, wenn mindestens 100 Schüler vor Ort sind. Das ist in Buch aber nicht mehr der Fall“, sagt Stefan Kaiser. Das hätte zur Folge, dass die Schule Buch zu einer Außenstelle der Gemeinschaftsschule Albbruck wird.