Einst schien die Klärung der kommunalen Abwässer von Albbruck und den umliegenden Gemeinden in der Gemeinschaftskläranlage der Papierfabrik die Ideallösung zu sein. Viele Jahre hatte das Zusammenwirken zwischen dem im Juli 1973 gegründeten Abwasserzweckverband „Vorderes Albtal“ und der Betreiberfirma auch gut funktioniert.

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Neben den einheimischen Abwässern wurde von Beginn an auch das Schmutzwasser von den heutigen Görwihler Ortsteilen Nieder- und Oberwihl in der Anlage gereinigt. Veränderungen in der Struktur des Zweckverbands ergaben sich nach der Gemeindereform, als neben Albbruck auch Görwihl Verbandsmitglied wurde. Später kam die Gemeinde Dogern hinzu. Von einem „Abwasserexport nach Deutschland“ spricht man in der Schweizer Gemeinde Schwaderloch seit 1995.

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„Was sich über viele Jahre hinweg als sehr gut erwiesen hatte, wurde mit dem Aus der Papierfabrik über Nacht zum befürchteten Desaster. Die auf 140 000 Einwohnerwerte ausgerichtete Gemeinschaftskläranlage war plötzlich um ein Vielfaches zu groß“, erklärte Bürgermeister Stefan Kaiser bei einem Vor-Ort-Termin. Nachdem Varianten geprüft und letztlich die Entscheidung in den politischen Gremien zum Erwerb der Kläranlage gefallen war, zogen sich die Verhandlungen zwischen den Verbandsvorsitzenden und Albbrucker Bürgermeister Stefan Kaiser mit der Karl-Gruppe als dem neuen Besitzer zäh hin. Ende Dezember 2017 wurde schließlich der Übernahmevertrag unterzeichnet.

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Damit wurden die Überlegungen für die mit 7,2 Millionen Euro angesetzten Umbau- und Sanierungskosten, die mit 70 Prozent Landeszuschüssen abgedeckt sind, in Gang gesetzt. Um die Überkapazitäten der Kläranlage abzubauen, sind Teile der Anlagen stillzulegen, zurückzubauen oder zu erneuern. Das ursprüngliche geplante Zeitfenster bis zum Ende der umfangreichen Sanierungsarbeiten in den Jahren 2018 und 2019 wird nicht einzuhalten sein, obwohl die Abriss- und Entsorgungsarbeiten derzeit in vollem Gange sind.