Die Gemeinde Albbruck beteiligt sich künftig an der ED (Energiedienst) Kommunal GmbH mit einer Summe in Höhe von 1,04 Millionen Euro. Die Beteiligung ist zunächst auf eine Dauer von fünf Jahren ausgelegt und wird mit einer Brutto-Dividende in Höhe von 3,69 Prozent vergütet, unabhängig davon, wie sich das Unternehmen entwickelt. Ein wichtiges Argument für die Beteiligung der Gemeinden am Netzgeschäft von Energiedienst: In Zeiten niedriger Zinsen wird eine attraktive Dividende auf das eingesetzte Kapital geboten.

Investition sei ohne Risiko

Bürgermeister Stefan Kaiser empfahl dem Gemeinderat, einer Beteiligung zuzustimmen. „Auf jeden Fall für fünf Jahre und dann haben wir wieder die Möglichkeit, uns neu zu entscheiden“, sagte er. „Wenn wir uns dagegen entscheiden, kriegen wir nach fünf Jahren die Einlage in voller Höhe zurück.“ Seit Jahren stünde die Forderung der Gemeinden im Raum, den Kommunen eine Beteiligung am Netzbetrieb zu ermöglichen, „und die Chance haben wir jetzt und ohne Risiko“. Obwohl im Gemeinderat zahlreiche Bedenken zu dieser Beteiligung geäußert wurden, stimmte das Gremium, bei zwei Enthaltungen, am Ende der Beteiligung zu.

Kooperation zwischen Energieunternehmen und Kommunen

Über die Einzelheiten der Beteiligung informierte ein Vertreter der Energiedienst AG im Gemeinderat. Grundgedanke sei, die Kooperation zwischen dem Energieunternehmen und den Kommunen zu stärken und auf eine neue Basis zu stellen. Den Gemeinden werde die Möglichkeit gegeben, sich am Netzgeschäft der ED Netze mit Sitz in Rheinfelden, ein zumeist in Südbaden tätiger Netzbetreiber, zu beteiligen.

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Unternehmensgegenstand sind die Elektrizitätsverteilung, der Betrieb von Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetzen sowie Errichtung, Erwerb, Veräußerung und Verpachtung von Elektrizitätsverteileranlagen. Die Gesellschaft beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter, die sich um eine sichere Stromversorgung der 295 000 Netzkunden und 16 000 dezentralen Einspeiseanlagen, darunter Wasserkraftwerke, Solar- und Windkraftanlagen, kümmern.

Die Anlagen

Dazu unterhält ED Netze ein komplexes System mit etwa 40 000 Masten, 8300 Kilometern Erdkabel, 3900 Kilometern Freileitungen, 3300 Transformatoren und 22 000 Schaltgeräten. Über die dezentralen Stützpunkte ist das Unternehmen in ganz Südbaden präsent. Die Ertragslage wird bestimmt durch die Einnahmen aus der Erhebung von Netznutzungsentgelten. Dabei haben die Kommunen das Recht, Konzessionen zum Betrieb und zum Bau von Netzen zur Stromversorgung frei an einen Netzbetreiber ihrer Wahl zu vergeben. Diese Wegenutzungsverträge sind in der Regel auf 20 Jahre begrenzt.

Ziele und Herausforderungen

Erklärtes Ziel der ED Kommunal GmbH ist es, den Anteil an erneuerbaren Energien konsequent auszubauen und mit innovativen Netzkonzepten den künftigen Herausforderungen, wie dem Trend zur Elektrifizierung des Verkehrs- und Wärmesektors und der Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien zu begegnen. Weitere Herausforderungen sind der flächendeckende Ausbau von Breitbandnetzen und die gesetzlich geforderte Umrüstung auf intelligente Stromzähler.