Malerei und Fotographie vereinigen sich bei der Gemeinschaftsausstellung von Brigitte und Günter Leber zu einem „Gesamtkunstwerk“ mit vielen einzelnen Exponaten, die begeistern, erfreuen, aber auch zum Nachdenken anregen sollen.

„hier und anderswo“

Schon der Titel verspricht in unterschiedliche Welten einzutauchen. Diese Welten sind sowohl künstlerisch zu sehen als auch geografisch. So hat die Exkursion mit der bekannten Künstlerin Angelika Khan-Leonhard die beiden Löffinger Künstler sehr geprägt und trotzdem ist der Blick im hier den beiden dadurch nicht versperrt. Ganz im Gegenteil, erklärt Günter Leber: „Ob hier oder anderswo, ob in Löffingen oder in Goa, die Fotokunst verbindet verschiedene Gefühle und Erlebnisse zu einem Ganzen“.

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Ehefrau Brigitte geht noch ein Stück weiter und gibt der Ausstellung auch einen politischen Touch. „Ich beabsichtige mit meinen Bildern in dieser Ausstellung ein positives Zeichen zu setzen für eine schöne, bunte Welt. Ein bewusstes Zeichen gegenüber all dem Zerstörerischen, dem Hass und der Machtgier, die es auf unserer Erde dieser Tage leider auch gibt.“

Eine Mischung zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion – so präsentiert Brigitte Leber ihr Lieblingsmotiv Wald.
Eine Mischung zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion – so präsentiert Brigitte Leber ihr Lieblingsmotiv Wald. | Bild: Silvia Bächle

Die Ausstellung wird durch die Kunst des Gesangs eröffnet. Auch hier geht das Lehrerehepaar neue Wege. So wird Ahmed Hassan aus Aleppo sein Gesangstalent präsentieren können. Der junge Syrer kam 2015 nach Deutschland, lernte schnell die deutsche Sprache, bekam Gesangsunterricht von der Regional-Künstlerin Eugenia Hagen und hat nun – nach erfolgreichem Absolvieren des C-Sprachlevels – eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland erhalten. „Der Gesang von Ahmed Hassan soll ein Beitrag zur Integration von Flüchtlingen auf kultureller Basis sein“, so Brigitte Leber. Und Ehemann Günter ergänzt: „dazu ein Aspekt für das „anderswo“ unserer Ausstellung“.

Experimentierfreudig neue Türen öffnen

Obwohl die beiden Pädagogen sich zwei ganz unterschiedlichen Kunst-Richtungen widmen, haben sie eines gemeinsam: ihre Experimentierfreudigkeit. Ausprobieren, um neue Wege zu gehen und neue Türen in der Kunst zu öffnen. Malerin Leber, die von 1975 bis 2000 Lehrerin für Englisch und Deutsch an der Realschule Löffingen war, erklärt, dass sie das Handwerk durch zahlreiche Kurse bei Angelika Khan-Leonard, aber auch an der Internationalen Kunstakademie in Trier erlernt habe. Nun möchte sie aber mit ihrer Experimentierfreudigkeit künstlerisches Neuland entdecken, um dabei in der zeitgenössischen Malerei ihren Ausdruck zu finden. Diese Wege werden bei der Ausstellung zu sehen und zu erleben sein.

In völlig neue Sphäre dringt Günter Leber mit seiner zeitgenössischen Fotografie vor, die er beim Fotografen Arek Sawko und an der europäischen Kunstakademie entdeckt hat.
In völlig neue Sphäre dringt Günter Leber mit seiner zeitgenössischen Fotografie vor, die er beim Fotografen Arek Sawko und an der europäischen Kunstakademie entdeckt hat. | Bild: Silvia Bächle

Die Werke von Günter Leber – Lehrer und Rektor an der Realschule Löffingen – sind schwerlich als „künstlerische Fotografien“ im bekannten Sinn zu sehen. Er bezeichnet seine Art als „fotoGraphie„ – zeitgenössische Fotografie also, die er bei dem Fotografen Arek Sawko und an der europäischen Kunstakademie in Trier für sich entdeckt hat. Auch er liebt neue Türen mit seiner Kamera und dem Computer zu öffnen und in völlige neue Sphären der modernen Fotographie einzudringen.

Dass diese zeitgenössischen Fotografien in der Kunstwelt wahre Publikumsmagnete geworden sind, zeigt die Arbeit von Andreas Gursky, der seine Arbeit „Rhein II“ für vier Millionen Dollar beim Auktionshaus Christies versteigerte. Während Brigitte Leber mit ihrer Malerei, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion angesiedelt ist, begeistern will, setzt Günter Leber mit seiner Makrofotografie, Mehrfachbelichtungen und fotoGraphie „hier und anderswo“ Akzente.