Wie lange es noch dauern wird, bis die Albtalstraße wieder geöffnet ist, steht noch in den Sternen. Zwar hat das Landesverkehrsministerium die grundsätzliche Zusage gemacht, die Mittel für die Sanierung der Albtalstraße bereitzustellen. Doch es wäre vorschnell, daraus zu folgern, dass der betroffene Streckenabschnitt zwischen Hohenfels und der Tiefensteiner Brücke in ein bis spätestens zwei Jahren wieder offen steht. Im Moment jedenfalls gibt es keinen verbindlichen Zeitrahmen.

Ein Ingenieurbüro soll Planungsunterlagen erstellen

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gab Bürgermeister Stefan Kaiser einen Sachstandsbericht. Demnach wurde das Ingenieurbüro Geotechnik aus Kirchzarten damit beauftragt, die Planungsunterlagen für das weitere Vorgehen zu erstellen. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Vorplanung, wie die weitere Marschroute aussehen könnte und welche Maßnahmen durchgeführt werden könnten.

Im September soll eine Liste mit Maßnahmen vorliegen

Stattgefunden haben Begehungen durch das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) des Regierungspräsidiums Freiburg und des Ingenieurbüros unter Beteiligung des Landratsamts Waldshut. Dabei wurde eine Handlungsliste erstellt, die bis September vorliegen wird. Sie soll als Grundlage dienen, um mit dem amtlichen und nichtamtlichen Naturschutz ins Gespräch zu kommen und dann, soweit möglich und notwendig, Anpassungen vorzunehmen. Ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Planfeststellung erforderlich sind, muss noch abgeklärt werden.

Möglichst wenige massive Eingriffe wie Sprengungen

Ziel ist es, viel in passive Schutzmaßnahmen zu investieren, um massive Eingriffe, wie Sprengungen und Abtragungen, auf ein vertretbares Maß zu reduzieren. Die passiven Schutzmaßnahmen könnten so aussehen: Einbau eines nahezu durchgängigen Hochenergiezauns im oberen Hangbereich, um Spannungen im Hang abzubauen, eines weiteren Energiezauns im mittleren Bereich und zusätzliche Sicherungsnetze.

Zahlreiche Einzelmaßnahmen sind nötig

Die Energiezäune werden anhand eines Geländemodells und mittels spezieller Programme geplant. Außerdem würden zahlreiche Einzelmaßnahmen notwendig werden, wie das Spannen von Stahltrossen und das Setzen von Ankern. Einige Tunnelbereiche, insbesondere die Portale, müssten mit Spritzbeton gesichert werden.

Enges Zeitfenster für die Bauarbeiten

Das Fazit des Bürgermeisters: „Wichtig ist, dass was geht.“ Spannend werde es nochmals, wenn im Oktober die Naturschutzverbände ins Spiel kämen, so Kaiser. Ein großes Handicap bestehe darin, dass die vom Naturschutzrecht vorgegebenen Bauzeiten und die Wintermonate dazu führen würden, dass das jährlich zur Verfügung stehende Baufenster relativ kurz sein werde.

Kritik an Naturschutzvorgaben

Gemeinderat Rolf Rüttnauer (SPD) äußerte daher die Vermutung, dass das wohl Jahre dauern könnte. „Außerdem kann ich nicht einsehen, warum wegen jeden Grashalm und jeder Mücke ein Gutachten erstellt werden muss“, sagte er. Das koste Zeit und sei aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten kaum zu vertreten. Dem stimmte auch CDU-Fraktionssprecher Claus Schlachter (CDU) zu. Widerspruch gab es auch aus den Reihen der Bürger: Täglich würden Hunderte Liter Sprit verpufft, weil der Verkehr über die Höhen umgeleitet werden müsse und das gehe auch zulasten der Umwelt.