1,7 Millionen Euro investiert die Gemeinde Albbruck derzeit in den Kanalbau im Ortsteil Kiesenbach. Jetzt wurden vom Gemeinderat Nachtragsaufträge in Höhe von 327 000 Euro vergeben. Die Baumaßnahme wurde vom Land mit 729 000 Euro bezuschusst, für die Nachtragsaufträge soll, so Bürgermeister Stefan Kaiser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, eine Erhöhung des Zuschusses beim Regierungspräsidium beantragt werden. Im Rahmen der Baumaßnahme wird auch die übrige Infrastruktur erneuert: Wasserleitung, Straßenbau und Leerrohre für die Breitbandversorgung.

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Die Arbeiten, die an das Unternehmen Bau GmbH aus Herrischried vergeben wurden, ziehen sich bereits seit Monaten hin, die Durchfahrt nach Dogern wurde mittlerweile gesperrt. In einem ersten Bauabschnitt wurden die Kanäle vom Bahnwärterhäuschen am ehemaligen Kiesenbacher Bahnübergang bis zur Einmündung in den Hattelweg, der Ortsverbindungsstraße nach Dogern, verlegt. Gegenwärtig erfolgt der Ausbau entlang der Kiesenbacher Straße bis zur Ortsmitte, Abzweigung Birndorfer Straße/Birkinger Weg.

Damit wird es für die Anlieger, darunter die Firma Edelputze Tröndle, zunehmend schwieriger, ihre Grundstücke zu erreichen. Die Gemeinde will jedoch Möglichkeiten offen halten, dass die Anlieger entweder von Osten oder von Westen an ihr Grundstück heranfahren können. Auch sonntags soll die Zufahrt gewährleistet werden. Auszugehen ist davon, dass die Arbeiten noch bis in die Sommermonate andauern werden.

Nachträglich müssen nun vier weitere Maßnahmen ausgeführt werden. Seitens der Firma Tröndle und der Schreinerei Bauer wurde reklamiert, dass eine Wasserführung und eine Eingrenzung der Straße mit Granitsteinen für die beiden Firmen nicht akzeptabel ist, da die Beladung der Lastwagen und die Entladung mit Gabelstablern erfolgt und ein Befahren der tiefer liegenden Rinne nicht möglich sei. Die Gemeinde hat daher in Erwägung gezogen, eine Schwerlast-Birkurinne einzubauen, die eben zur Fahrbahn verläuft und trotzdem die Entwässerungssituation löst. Mehrkosten: 8172 Euro. Hinzu kommen Kosten für zusätzliche Verkehrsschilder, die in der Ausschreibung nicht berücksichtig waren, für 1969 Euro.

PAK-Belastung über Grenzwert

Die Entsorgung des belasteten Untermaterials schlägt mit 148 140 Euro zu Buche. Ursprünglich waren hier nur geringfügige Belastungen festgestellt worden. Beim Ausheben wurden dann weitere Erprobungen durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass die Belastungen mit PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) über dem Grenzwert liegen, und daher teuer entsorgt werden müssen.

Schließlich wurde festgestellt, dass im Untergrund Felsvorkommen mit widerstandsfähiger Konsistenz vorhanden sind, die in diesem Umfang nicht vorhersehbar waren. Die Felsen mussten gefräst werden, da Sprengungen mit Rücksicht auf die Anlieger nicht durchgeführt werden konnten. Kosten: 158 000 Euro.