Nicht selten haben heutige Motorradbesitzer ihre Begeisterung für das zweirädrige Gefährt einige Jahre eingemottet und sich ganz auf das Autofahren konzentriert. Ganz anders ist dies bei dem 61-jährigen Martin Rotzinger aus Albbruck. Er ist seit seinem 19. Lebensjahr permanent mit dem Motorrad unterwegs. Dabei kauft der begeisterte Motorradfahrer keineswegs moderne PS-starke Maschinen. Vielmehr fühlt er sich schon während der Restaurierung der alten Stücke mit ihnen eng verbunden. „Meine ersten Erfahrungen mit dem motorisierten Zweirad waren in meiner Jugend die Spritztouren mit einem „Quickle“, erinnert sich Martin Rotzinger.

Der Schrauber und seine Rosthaufen

Die während der Lehre zum Kraftfahrzeugmechaniker erworbenen Kenntnisse sind ihm auch nach dem Wechsel in einen anderen beruflichen Alltag heute noch wertvolle Begleiter. Wann immer es ihm die Zeit erlaubt, ist der begeisterte „Schrauber“ in seinem individuell eingerichteten „Werkstättle“ zu finden. Hier hat er schon so mancher „Rosthaufen“, wie er seine Fundstücke bezeichnet, mit viel Liebe zum Detail und einem unbezahlbaren Stundenaufwand wieder in einen fahrbaren Zustand versetzt.

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Eines seiner Liebhaberstücke ist die NSU 501 – 500 Kubik 1 Zylinder. Mit ihr fährt Martin Rotzinger im Jahr etwa 5000 Kilometer. „Eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Kilometern wäre erreichbar. Doch das 92 Jahre alte Stück sollte nicht überfordert werden“. So sei das schönste Fahrerlebnis bei 70 bis 80 Kilometern, meint Rotzinger. 50 Jahre hatte das gute Stück mit dem Original-Nummernschild IVB 39 500 (IVB Römisch vier Baden 39 Zulassungsstelle Säckingen 500 Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge) im Schopf der Familie Rotzinger unbeachtet sein Dasein gefristet, ehe es mit einem Aufwand von annähernd 500 Stunden wieder fahrtüchtig gemacht wurde.

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„Über die Kosten für die notwendigen Ersatzteile, die vielfach ganz schwierig noch zu bekommen sind und nicht selten in Handarbeit gefertigt werden müssen, wird nicht geredet“, meint der Albbrucker Motorradfreund. Keines seiner motorisierten Besitztümer dient ihm nur als Ausstellungsstück oder würde von ihm verkauft werden. Derzeit schraubt Martin Rotzinger mit dem 90 Jahre alten Motorrad Puch 250 T wieder an einer Rarität.

Treffen mit Gleichgesinnten

Zweimal im Jahr trifft er sich mit anderen Motorradfreunden, die alle mit ihren betagten NSU-Modellen unterwegs sind. Nachdem er die Treffen in der Vergangenheit in Leipzig, Kleve, Passau, Berchtesgaden, Riedlingen und alle zwei Jahre auf der Insel Rügen besucht hat, erwartet Martin Rotzinger vom kommenden Donnerstag bis Sonntag nun seine Kollegen zum NSU-Treffen Hotzenwald.