Albbruck – In Unteralpfen wird es keinen Natur-Campingplatz geben. Mit großer Mehrheit lehnte der Gemeinderat die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes ab. 21 Gemeinderäte votierten dagegen, nur drei stimmten mit Ja, zwei enthielten sich, ein Mitglied nahm wegen Befangenheit nicht an der Abstimmung teil.

Zuvor hatte Wolfgang Pfrommer, Geschäftsführer des Vereins Eco-Camping, nochmals Gelegenheit, das Projekt vorzustellen. "Wir sind der Meinung, dass es ein guter Platz für einen Campingplatz wäre", sagte er. Zu den Bedenken, die von den benachbarten Landwirten geäußert wurden, erklärte er: "In den Lärm- und Geruchsemissionen sehen wir keine wesentlichen Probleme. Die Camper wissen, dass das im ländlichen Bereich einfach dazugehört." Insgesamt bestünde in der Region ein großer Nachholbedarf an Campingplätzen, das Gelände in Unteralpfen biete eine hohe Erlebnisqualität und einen hohen Naturerlebenswert. Das gelte sowohl für Wanderer, Kletterer, Radfahrer wie auch für Familien. Auch das geringfügige Mehr beim Verkehrsaufkommen würde die Lebensqualität der Bevölkerung kaum beeinträchtigen. Obwohl der Vortrag mit Beifall quittiert wurde, machte Lorenz Schäfer (CDU) dem Referenten den Vorwurf, die Probleme und die möglichen Konflikte mit den Landwirten kleinzureden. "Morgens um sechs werden die Geräusche sicher als störend empfunden", sagte er. "Und dann kann das sehr schnell auch für den Betreiber zu einem Problem werden." Felix Eckert (CDU) bezweifelte, ob sich der Platz, aufgrund der geringen Anzahl an Stellplätzen, überhaupt wirtschaftlich betreiben lasse. Zur geplanten Biogas-Anlage sagte Ferdinand Müller (Freie Wähler): "Ich wohne in der Nähe einer solchen Anlage.

Da hört man nachts die Motorengeräusche." Helmut Pfeiffer (Freie Wähler) sprach die Hundeproblematik an: "Das wird auf Dauer nicht funktionieren." Für das Projekt setzte sich Lothar Schlageter (Freie Wähler) ein: "Wir waren stets bemüht, Dinge auf den Weg zu bringen, die der Gemeinde nützen können." Letztendlich müsse der Betreiber mit den Bedenken klar kommen. "Jedenfalls sollten wir das Projekt nicht abwürgen." Gitta Wehrle-Maier (Freie Wähler) sorgte sich um einen eventuellen Rückbau der Anlagen, ob das auch problemlos zu bewerkstelligen sei oder ob da Kosten auf die Gemeinde zukämen. CDU-Sprecher Claus Schlachter: "Ich stehe Ihnen den guten Willen zu, die Konflikte eingrenzen zu wollen. Aber für uns wiegen die Bedenken der Landwirte schwerer." Damit stellte er den Antrag, keinen Aufstellungsbeschluss für einen Campingplatz an diesem Ort zu fassen. Bürgermeister Stefan Kaiser folgte diesem Vorschlag und leitete die Abstimmung ein, die zu einem klaren Votum gegen das Projekt führte.

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