Obwohl bei den Landwirten die Investitionsbereitschaft in Bio-Gasanlagen steigt und in der Gemeinde Albbruck bereits einige Anlagen teils schon länger funktionieren, ist der Birkinger Landwirt Günter Tröndle der Einzige, der nach einer echten Alternative für den Mais als Masselieferant suchte. In zwei unterschiedlichen Wachstumsstadien steht auf seinen Feldern die gelb blühende „Durchwachsene Silphie“. Diese stand auch im Mittelpunkt der vom Fachverband Biogas angebotenen Informationsveranstaltung. Landesgeschäftsführer Otto Körner freute sich über das Interesse der Landwirte aus der Umgebung, Mitarbeitern und ehemaligen des Landwirtschaftsamtes und vor allem auch Imkern bis sogar aus dem Wiesental. Diese bekamen wertvolle Hinweise von Landwirt Ralf Brodmann vom Energiepark Hahnennest in Ostrach vermittelt.

Auch SPD-Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter versprach die „Silphie“ als gelb blühende Alternative zum Maisanbau in ihrer Arbeit im Umweltamt in Berlin weiter zu verfolgen. Für sie ist die Erhaltung der Artenvielfalt in der Natur ebenso wichtig wie der ökologische Anbau.

Für diesen hatten Ralf Brodmann, der heute vom Anbau der Silphie durch Samen überzeugt ist, wie auch Günter Tröndle herbe Erfahrungen hinter sich. Zwischenzeitlich vertrauen sie dem Projekt und glauben, dass sich die Vorherrschaft vom Mais und die damit verbundenen Nachteile eindämmen lassen. Vor allem während der Trockenperioden mache die neue Pflanzenart weniger Probleme und sei dem Mais überlegen, bestätigte der Birkinger Landwirt. „Wir stehen jetzt vor der dritten Ernte, die zur Maissilage eingebracht wird“.

Durch die neue Sähtechnik, die zusammen im ersten Jahr zusammen mit Mais der Verunkrautung entgegenwirkt, bleibe der Arbeitsaufwand gering. Vor allem die Naturschützer unter den Zuhörern waren erfreut über die genannten Vorteile der über drei Meter wachsenden Pflanzen bezüglich der Humusbildung und des aktiven Bodenlebens, ihre Einflüsse auf Wasservorräte und -rückhaltung und vor allem die Tatsache, dass durch die „Durchwachsene Silphie“ mit ihrem bis zu zwei Meter tiefen Wurzelwerk die Nährstoffbestände gebunden werden. Mit einmal säen werde auch auf ackerbaulich ungünstigem Gelände eine Erntezeit von 15 Jahren angestoßen.

Dass nach dieser langjährigen Dauerkultur deren Ertrag kaum zehn Prozent weniger Energiedichte als der Mais bringt, das Feld jederzeit wieder dem Nahrungsmittelanbau dienen könne, sahen die Experten als weiteren wichtigen Vorteil.