Kaum ein Fest ist mit so vielen Traditionen behaftet wie Weihnachten. Speziell an Heilig Abend erklingen vielfach auch dort Weihnachtslieder, wo das Jahr über kaum gesungen wird oder werden Geschichten gelesen für die sich sonst fast niemand Zeit nimmt. Während sich die einen noch im häuslichen Weihnachtsstress befinden, möglicherweise auch arbeiten müssen, gibt es andere, die musikalisch dafür sorgen, dass Weihnachtsstimmung aufkommt.

Musiker machen große Freude

So wie in den Ortsteilen die Musikvereine an Heilig Abend nachmittags schon unterwegs sind und an ausgesuchten Winkeln in den Dörfern mit ihren Klängen weihnachtliche Stimmung verbreiten, so sind die Musikerinnen und Musiker vom Albbrucker Blasorchester auch gruppenweise unterwegs. Mit dabei ist sei 40 Jahren Klaus Rotzinger. Für ihn gehöre es einfach dazu an Heilig Abend mit dem Instrument unterwegs zu sein. Seit sechs Jahren ist auch Sohn Nicolas dabei. „Es ist für uns keine Mühe, sondern eine Selbstverständlichkeit an diesem Tag anderen Menschen eine Freude zu machen“, versicherte Klaus Rotzinger.

Einspielen im Musikerheim

Dabei gehen seine Gedanken zurück in die Zeit, als man gemeinsam mit dem Kollegen Thomas Stippel unterwegs war, der vor wenigen Monaten verstorben ist oder Werner Hofmann, der bis ins hohe Alter dabei war. In drei Gruppen sind die Bläser in Alb und Albert, in Kiesenbach und in Albbruck unterwegs. Jedes Jahr finden sich immer wieder auch neue Vereinsmitglieder, die beim Weihnachtsliederspielen dabei sind. Sie treffen sich um 13 Uhr zum Einspielen im Musikerheim ehe sie sich auf den Weg zu den zehn Stationen machen. „Es ist schön zu wissen, dass wir zumindest an verschiedenen Stellen schon erwartet werden“, versicherte Klaus Rotzinger. Vielfach werden die Musiker mit warmen Getränken und Gebäck versorgt und mit einer finanziellen Spende bedacht. Diese werde dann für einen kameradschaftlichen Anlass umgesetzt oder wie der Anschaffung eines Notenbuches mit modernen Weihnachtsliedern verwendet. Längst nicht immer hat mit ihnen der Wettergott ein Einsehen. So kommt es immer wieder vor, dass unter einem Vordach, in einer Garage oder gar in einem Wintergarten gespielt werde. Doch wolle man auch künftig an dieser schönen Tradition fest- und den vorgegebenen Zeitplan bis zum Beginn der Familienchristmette in der Kirche festhalten. Nicht selten steht für die Bläser am Weihnachtsmorgen mit der Umrahmung vom Gottesdienst der nächste Termin an.