In der Weihnachtszeit herrscht dort Hochbetrieb. 300 000 Briefe täglich werden dort nach Firmenangaben kurz vor Heiligabend verarbeitet. Ein logistischer Kraftakt, bei dem Maschinen nur bedingt helfen können – womit auch die Kreativität der Kartenschreiber etwas zu tun hat.

Eine im Bodenseekreis in einen Briefkasten geworfene Karte landet in Weingarten erst einmal mit sehr vielen anderen auf den Bändern der Sortieranlage. Dann sortieren Mitarbeiter die Post nach Größe, also in die Kategorien Standard-, Kompakt-, Maxi- und Großbrief. Gleichzeitig entscheiden sie, ob der Brief maschinell oder weiter per Hand verarbeitet wird. Gerade in der Weihnachtszeit ist das eine wichtige Aufgabe.

Markus Noger, Leiter des Weingartener Briefzentrums, erklärt, warum: "Statt der ganz normalen weißen Umschläge und viereckigen Postkarten kommen hier plötzlich viele Briefe in farbigen Kuverts und mit bunten Aufklebern und Verzierungen an, ja sogar Karten in Tannenbaumform. Die Sortiermaschinen im Briefzentrum – genauer gesagt, die Adresslese-Sensoren – werden dann nicht selten vor Probleme gestellt."

Diese Adresslese-Sensoren sorgen dafür, dass die Anschrift auf den Briefen automatisch in einen maschinenlesbaren Strichcode umgewandelt wird. Das geht aber auch nur, wenn am Brief unten ein Rand von anderthalb Zentimetern frei ist, auf den der Code gedruckt werden kann.

Drei Sortiermaschinen können die so gekennzeichnete Post verarbeiten, eine davon schafft bis zu 40 000 Briefe in der Stunde. Wenn also eine Karte von der Maschine sortiert werden kann, geht alles ganz schnell. Auch Mitarbeiter kommen auf die immer noch stattliche Zahl von stündlich 1000 verarbeiteten Briefen. Und dennoch, beim extrem hohen Briefaufkommen derzeit und der großen Anzahl an nicht-maschinenfähiger Post, muss das Briefzentrum personell aufrüsten. 30 zusätzlich Saisonarbeiter kommen zu den 220 festen Mitarbeitern. Die festen Mitarbeiter leisten einige Extraschichten, Teilzeitbeschäftigte bauen in der Adventszeit Stunden auf. Und auch Verwaltungsmitarbeiter müssen in dieser geschäftigen Phase eben mal an der Sortiermaschine aushelfen.