Das 49-jährige Opfer war am Mittwochmittag, gegen 11.50 Uhr, von einem Nachbarn tot gefunden worden. Aufgrund der sofort eingeleiteten Ermittlungen mit einer 50-köpfigen Sonderkommission wurden der 60-Jährige und seine 39-jährige Freundin von Spezialeinsatzkräften der Polizei am Mittwoch, kurz nach 22 Uhr, in der Wohnung des 60-Jährigen in Weingarten festgenommen. Nach der Auffindesituation sowie dem vorläufigen Obduktionsergebnis und den bisherigen Aussagen der beiden Tatverdächtigen gehen die Ermittler davon aus, dass der 49-Jährige am Dienstagabend, nach dem Fußballspiel Deutschland-Nordirland, von dem 60-Jährigen durch einen Kopfschuss mit einer Pistole getötet wurde.

Das Motiv ist möglicherweise ein Beziehungsstreit. Nach Auskunft von Polizei-Pressesprecher Markus Sauter hatte die Frau vermutlich eine Beziehung zu beiden Männern. Es soll auch schon in der Vergangenheit handgreiflichen Auseinandersetzungen gegeben haben.

Scheinbar nutzten der 60-Jährige und die 39-Jährige im Anschluss an den Mord die Gelegenheit, Geld oder Wertgegenstände aus der Wohnung mitgehen zu lassen. Klar sei aber noch nicht, was sie entwendet haben, so Sauter.

Sowohl die 39-Jährige als auch der 60-Jährige sind für die Polizei keine Unbekannten. Die Frau fiel nach Auskunft von Sauter schon wegen Körperverletzung auf. Der 60-Jährige war unter anderem zwei Mal in den 80er Jahren wegen Tötungsdelikten verurteilt worden, in Österreich und vom Landgericht Heilbronn. Es saß deswegen bis 2012 im Gefängnis. Beide lebten in einem sozial schwachen Milieu im Raum Weingarten.

Es werden nach Auskunft von Sauter nun weitere Vernehmungen und kriminaltechnische Untersuchungen erfolgen, um den genauen Tathergang sowie die Motivlage zu ergründen und die bisherigen Einlassungen und Aussagen der Verdächtigen zu überprüfen.