Die i+R Gruppe aus Vorarlberg hat von der Schuler AG in Weingarten den Großteil des südlichen Betriebsgeländes gekauft, insgesamt 36 575 Quadratmeter. Hier soll ab 2018 ein neues Innenstadtquartier für Weingarten entstehen. 8260 Quadratmeter dieses Geländes bleiben im Eigentum von Schuler. Die bisher auf dem verkauften Gelände angesiedelten Betriebsteile ziehen Zug um Zug auf das nördliche Schulergelände mit rund 45 000 Quadratmetern Fläche an der Schussenstraße. Dort wird, wie Norbert Broger, Finanzvorstand der Schuler AG, am Mittwoch in einem Pressegespräch im Amtshaus in Weingarten erläuterte, die Division Industrie der Schuler-Gruppe mit rund 500 Mitarbeitern gebündelt.

Weingartens Oberbürgermeister Markus Ewald betonte, das Thema Schuler, bis 2007 an diesem Standort die Müller Weingarten AG, habe die Stadt seit Jahren bewegt. Mit dem Beschluss bei Schuler im August 2015, die Standorte der Gruppe in Deutschland von sieben auf vier zu reduzieren und die Produktionsstruktur zu straffen, kam das Thema wieder ganz oben auf die Tagesordnung. Broger erläuterte, dass der Verkauf in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung erfolgt sei: "Wichtig war für uns, einen seriösen Investor zu finden. Mit der i+R Gruppe ist dies definitiv der Fall." Am 22. Dezember wurde der notarielle Kaufvertrag unterzeichnet. Sonderregelungen bestimmen darin, dass Schuler bis zum 1. Januar 2018 einen Großteil des Geländes räumt sowie einen speziellen Bereich weiter bis zum 1. Januar 2019 nutzen darf.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Gerüchte in der Stadt, wonach der Kaufpreis 12 Millionen Euro betragen soll, wollten weder die Stadt, die auch selbst überlegt hatte, das Gelände zu kaufen, noch Schuler oder i+R kommentieren. Das Risiko von Altlasten auf dem Gelände trägt i+R, wie Alexander Stuchly, Geschäftsführer der i+R Dietrich Wohnbau GmbH, und Alexander Manz, Geschäftsstellenleiter in Lindau der i+R Unternehmensgruppe, erklärten. Broger meinte dazu, von Schuler seien über 40 Bohrungen veranlasst worden: "Das Gelände ist für ein Industriegrundstück erstaunlich gut."

Was entsteht auf Grundstück?

Was nun genau auf dem Grundstück entsteht, ist relativ offen: Wohnen oder/und Gewerbe und städtische Infrastruktur (Kindergarten, Schule, Altenheim). Stuchly sagte: "Ich glaube, dass Wohnbebauung der Schwerpunkt werden wird." Es sprach von über hundert Wohnungen. Ewald sieht die Stadt in der "glücklichen Lage", fast zwei Jahre Zeit für einen Bebauungsplan zu haben. In jedem Fall solle die Innenstadt gestärkt werden. Stuchly betonte, das Gelände werde gemeinsam mit der Stadt entwickelt. Sein Unternehmen sei nicht auf Gewinnmaximierung aus, sondern wolle die beste Lösung entwickeln. Qualität vor Quantität. Beim Bau werde deshalb von seinem Unternehmen immer versucht, Handwerk aus der Region zu beauftragen.

i+R Gruppe

Die Ursprünge der i+R Gruppe beginnen 1904 in Lauterach mit der Gründung einer Sägerei. In den 70er und 80er Jahren begann die Gruppe mit der Bauträgertätigkeit in vier Ländern. i+R ist nach Auskunft von Alexander Stuchly, Geschäftsführer i+R Dietrich Wohnbau GmbH, ein Spezialist für Industriebrachen und Neugestaltung von geschlossenen Betriebsgeländen, Brownfield Development genannt. Projekte sind die "Stadtoase", "Vier-Linden-Quartier" in Lindau oder "In der Wirke", "Am Dorfbach" in Hard. (wex)

Informationen im Internet:www.ir-gruppe.at/de