Von der Idee bis zu dem Zeitpunkt, wenn es vom Markt genommen wird, durchläuft ein Produkt verschiedene Stationen. In Forschung und Praxis der Produktentwicklung werden diese Phasen Produktlebenszyklus genannt. Zu erforschen, wie es gelingen kann, diese Abschnitte vollständig digital abzubilden und maschinell auszuführen, ist Ziel des Zentrums für Angewandte Forschung (ZAFH) „Digitaler Produktlebenszyklus (DIP)“ der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Zur Präsentation der Projektfortschritte kamen Mitwirkende und Industrievertreter an der Hochschule zusammen, wie die Hochschule mitteilt.

Der Entwurf eines Produkts, die Architektur und Geometrie, der virtuelle Test, die Serienproduktion in der digitalen Fabrik und die übergreifende Kosten- und Energiebilanzierung: Im Projekt „DiP“ sollen die Stationen eines Produktlebenszyklus’ in ein digitales Gesamtmodell integriert werden. „Wir können jetzt schon die Arbeitsweise von Ingenieuren exemplarisch aufzeigen, die in Zukunft ihre Produkte nicht nur konstruieren, sondern auch in der Vielfalt von Produktspektren programmieren werden“, sagt ZAFH-Leiter Professor Markus Till von der Hochschule Ravensburg-Weingarten.

Die Präsentation erster Ergebnisse stand im Fokus des Treffens. So wurden etwa modellierte Bestandteile von Produktlebenszyklen in bestehenden Systemen gezeigt. Eine Arbeit, die wichtig ist für die Analyse dieser Zyklen. Auch gelang es, bereits erste Modellierungserfolge in graphenbasierten Entwurfssprachen zu erzielen. Damit können komplexe Konstruktionen als Modell am Computer visualisiert werden.

Der Geschäftsführer der Firma EKS InTec, Josef Müller, war begeistert von den ersten Ergebnissen. Eine besondere Rolle sieht er in der Ausbildung: „Wir brauchen in Zukunft Ingenieure, die bereit sind, neue Herausforderungen in der Maschinen- und Anlagenentwicklung anzugehen.“ Eine Ausbildung an innovativen Systemen im Produktlebenszyklus spiele dabei eine entscheidende Rolle.

Neben der EKS InTec waren die Unternehmen ZF Friedrichshafen, Rolls-Royce Power Systems, Behr Engineering und Uhlmann Pac-Systeme vertreten. Außerdem wirken neben der Hochschule Ravensburg-Weingarten die Hochschulen Ulm, Reutlingen und Albstadt-Sigmaringen sowie die Universität Stuttgart mit. Das ZAFH „Digitaler Produktlebenszyklus (DiP)“ ist ein vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördertes Projekt. Ziel ist es, innovative Produkte in wissensintensiven Bereichen hervorzubringen und so den Forschungs- und Innovations­standort Baden-Württemberg insgesamt zu stärken.