Der Zaun, den die Betreibergesellschaft des Campingplatzes Birnau-Maurach zwischen Bodenseeradweg und dem Privatstrand des Campingplatzes hat bauen lassen, muss wieder entfernt werden. Der Technische Ausschuss der Gemeinde lehnte den nachträglich eingereichten Bauantrag für den Zaun jetzt einstimmig ab. Die Verwaltung des Campingplatzes hatte den Zaun ohne Genehmigung der Baurechtsbehörde im Landratsamt erstellt. Im Juni hatte die Verwaltung im Rathaus daher einen Baustopp verhängt. Auch die Baurechtsbehörde im Landratsamt Bodenseekreis war involviert und hatte im Juni erklärt, ihr liege kein Antrag für den Bau des Zauns vor.

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Campinggäste beschweren sich über Fremde

Die Betreiber des Campingplatzes wollten mit dem Zaun fremde Besucher vom Privatstrand fernhalten, die über den Bodenseeradweg zum See kamen. Campinggäste hätten sich immer wieder über die nicht zahlenden Nutzer beschwert. Als in der Pandemie die Sicherheitsabstände größer und der Platz immer knapper geworden sei, habe man sich nicht mehr anders zu helfen gewusst, als einen Zaun zu ziehen und den Zugang nur noch den eigenen zahlenden Gästen zu erlauben.

Zu hoch und für Kleintiere nicht zu überwinden

Ortsbaumeister Fabian Stephan erklärte in der Sitzung des Technischen Ausschusses, dass das Vorhaben nach Paragraf 35 des Baugesetzbuchs zum Bauen im Außenbereich zu beurteilen sei. Der Zaum liege im sensiblen Bereich des Landschaftsschutzgebietes Bodenseeufer und im Gewässerrandstreifen des Bodensees. Demnach könne der 1,60 Meter hohe Zaun, der für Kleintiere nicht passierbar sei, nicht genehmigt werden. Stephan erklärte: „Die Ausführung beeinträchtigt öffentliche Belange, da sie die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt, beispielsweise die Blickbeziehung zu Bodensee und Alpen.“

Baustopp im Juni 2022: Der Zaun, der Bodensee und Bodenseeradweg am Campingplatz Birnau-Maurach voneinander trennt, ist noch nicht ganz ...
Baustopp im Juni 2022: Der Zaun, der Bodensee und Bodenseeradweg am Campingplatz Birnau-Maurach voneinander trennt, ist noch nicht ganz fertig gebaut. | Bild: Hilser, Stefan I SK-Archiv

Ähnlich urteilten die Ausschussmitglieder. So sagte Gabriele Busam (FW), dass der Zaun so einfach nicht stehen bleiben könne. „Ich find das allerhand. Für mich gibt es nur den Abbau.“ In der Umgebung stünden zwar Holzzäune, die seien aber nur einen Meter hoch. Helmut Halbhuber (FW) fürchtete, dass der Zaun als nächsten Schritt eventuell mit einer Sichtschutzmatte verblendet werden könnte: „Dann ist vom Bodensee gar nichts mehr zu sehen. Das kann‘s nicht sein.“