Die Verwaltung wurde beauftragt, nochmals mit den Vertretern der Vereine über die Planung der Variante 2 zu sprechen und gegebenenfalls nötige Änderungen in die Planung einzuarbeiten. Sollten dies nur kleinere, redaktionelle Änderungen sein, soll die Ausschreibung dieser Variante vorangetrieben werden. Geplant ist ein Dorf- und Parkplatz mit möglichst hoher Aufenthaltsqualität.

Vor sieben Jahren erstmals im Rat

Was aus dem Grundstück wird, auf dem einst ein größeres Wohn- und Ökonomiegebäude stand, beschäftigt die Bevölkerung im Zusammenhang mit der Bebauung der Ortsmitte schon länger. Vor sieben Jahren hatte sich der Gemeinderat erstmals mit dem Thema befasst und entschieden, das alte Giebelgebäude abzureißen und das Grundstück neu zu gestalten. Der Abriss erfolgte 2015, im selben Jahr hieß es bei einer Infoveranstaltung, dass neben einer Wohnbebauung ein öffentlicher Parkplatz, eine öffentliche Toilettenanlage, eine E-Ladesäule sowie der Platz für das Narrenbaumloch entstehen sollen. Einige Bürger hatten sich für eine weitere Planungsvariante ohne Bebauung ausgesprochen – diesem Wunsch war der Gemeinderat im November 2018 nachgekommen.

In der Sitzung im Oktober 2020 hatte Planer Helmut Hornstein aus Überlingen erste Pläne vorgestellt. Die Bürger waren anschließend aufgerufen, Vorschläge in die Planung mit einzubringen. Außerdem fanden Gespräche mit den Vereinen statt.

Die Mehrheit der Gemeinderäte stimmte für Variante 2 zur Umgestaltung des Grundstücks an der Kirchstraße in Mühlhofen.
Die Mehrheit der Gemeinderäte stimmte für Variante 2 zur Umgestaltung des Grundstücks an der Kirchstraße in Mühlhofen. | Bild: Kleinstück, Holger

Planer legt drei Varianten vor

Hornstein hatte die Vorschläge in drei Planvarianten eingearbeitet. „Es gab unterschiedliche Anforderungsprofile“, sagte er. „Es soll auf jeden Fall einen vielfältig nutzbaren Dorfplatz geben.“ Im nördlichen Teil sind bei allen Varianten der historische Brunnenplatz mit Bänken und Dorflinde sowie ein Spielpunkt vorgesehen. Im westlichen Teil sind bei der favorisierten Variante 2 16 Parkplätze und mittig das Narrenbaumloch beabsichtigt, daneben eine Wiese mit Bäumen und begrünter Pergola oder Weinlaube und ein Bürgergarten. Im südlichen, zur Hauptstraße gelegenen Teil des Platzes sind eine Ortsinfo, Fahrradständer und eine öffentliche Toilette geplant, die Bäume als Abgrenzung zum Kreisverkehr sollen erhalten bleiben. Variante 1 enthält eine andere Anordnung der Parkplätze, auch im südlichen Teil, Variante 3 einen kleinen Bachlauf und 15 Parkplätze im Osten und Süden.

Das Grundstück Kirchstraße2 in Mühlhofen. Bild: Holger Kleinstück
Das Grundstück Kirchstraße2 in Mühlhofen. Bild: Holger Kleinstück | Bild: Kleinstück, Holger

Wünsche der Vereine im Fokus

Bürgermeister Dominik Männle wies darauf hin, dass sich die von einzelnen Bürgern gewünschten Parkplätze im Norden nicht realisieren ließen; ein möglicher Bürgergarten solle „niederschwellig“ gebaut werden.

Ute Stephan
Ute Stephan | Bild: SK

„Alle drei Varianten haben super Ansätze“, lobte Ute Stephan (BuF). „Ich bin froh, dass wir nach sieben Jahren jetzt so weit sind.“ Obwohl die Variante 3 mit dem Wasserlauf viel Charme habe, bezweifele sie, ob dieser mit Veranstaltungen harmoniere.

Wolfgang Metzler (BuF) erinnerte, wie wichtig das Narrenbaum- und Maibaumstellen sei, Christine Allgaier (BuF) machte sich für einen Schrank zur Bücherausleihe stark. Helmut Halbhuber favorisierte Variante 2: „Sie enthält alles das, was sich Vereine wünschen.“ Derselben Meinung war Erwin Marquart (CDU), der darauf hinwies, den Platz nicht zu überfrachten und bei der Erholungsfunktion auch an die Aachinsel zu denken. Und Lena Metzler (BuF) begrüßte es sehr, „dass man sich nach unserer Entscheidung noch mal mit den Vereinen trifft“. 13 Ratsmitglieder votierten für Variante 2, je zwei für die beiden anderen Varianten.