Der Parkplatz an der B 31 nahe der Klosterkirche Birnau ist derzeit extrem gut besucht. Viele nutzen den Blick über den See auf die Alpen, um Fotos zu schießen. Kein Wunder, denn das Farbenspiel, das zu sehen ist, sucht seinesgleichen. Zum einen leuchtet der Bodensee hell türkis und zum anderen gibt es vor allem in der Mauracher Bucht einen auffällig großen dunkelgrünen Teil. Außerdem ist in der Aachmündung ein hellgrüner Teil zu sehen.

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Thorsten Rennebarth vom Institut für Seenforschung in Langenargen erklärt mit Blick auf unser Bild: „Das Foto zeigt hervorragend die verschiedenen Phänomene, die wir derzeit am See an verschiedenen Stellen beobachten können.“ Das türkisfarbene Wasser im Hintergrund werde von einzelligen Planktonalgen, meist Kieselalgen, hervorgerufen. Diese Algen entziehen dem Wasser Kohlendioxid. Dadurch bilden sich im Wasser winzige Kalkkristalle. „Diese streuen das Licht dann zurück“, erklärt der Wissenschaftler. „Das leichte Grün dieser mikroskopischen Algen und die blaue Reflexion des Himmels färben das Wasser des Sees momentan in ein leuchtendes türkis.“

Unterwasserpflanzen verursachen Grünfärbung

Das dunkle Wasser in der Mauracher Bucht rührt von Unterwasserpflanzen, die durch das überdurchschnittlich warme Wasser noch schneller wachsen. „Die hellgrüne Färbung links und rechts der Aachmündung kommt sehr wahrscheinlich durch fädige Grünalgen“, erläutert Thorsten Rennebarth weiter. „Diese bilden an der Wasseroberfläche grüne Watten.“ Diese fadenförmigen, mit bloßem Auge erkennbaren Algen wachsen in Bereichen, in denen der Nährstoffgehalt etwas höher ist und sich das Wasser gut erwärmt. „Noch eindrucksvoller ist das aktuell an der Schussenmündung zu sehen“, sagt der Wissenschaftler. „Dort bilden die fädigen Grünalgen mittlerweile einen regelrechten Teppich auf der Oberfläche des Wassers.“

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