„Wir sind gespannt, wie sich das Ganze entwickelt“, sagte Siegfried Heger, geschäftsführender Gesellschafter der Firma HTU, anlässlich des Besuchs des Europaabgeordneten Norbert Lins. Bei der Wärmebehandlung von Metallteilen entstehen in der Firma Abrand-Temperaturen von bis zu 700 Grad Celsius, erklärte Heger. „Diese sekundäre Energie wollen wir weiterverwenden.“

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Wärme für Sporthalle und Hallenbad

Geplant ist, mit der industriellen Abwärme die gegenüberliegende Sporthalle und das Hallenbad zu beheizen.“Aus Pufferspeichern können wir mittels Fernwärmeleitung die Gebäude direkt versorgen“, erläuterte der Gründer der Firma. Der jährliche Wärmebedarf der gemeindeeigenen Gebäude soll damit gedeckt werden. Das gegenüber der Schwimmhalle neu geplante Kinderhaus „Sonnenschein“ soll später ebenfalls mit an die Fernwärmeleitung angeschlossen werden. „Ein tolles Projekt, wenn man hört, dass die Energie sonst verpufft“, sagte Bürgermeister Dominik Männle.

Wenn der Probelauf erfolgreich ist, soll die Anlage in diesem Sommer in Betrieb gehen. „Es war ein komplizierter Prozess“, sagte Alt-Bürgermeister Edgar Lamm. Die Entwicklung des Projekts wurde während seiner Amtszeit begonnen und von Umweltminister Franz Untersteller im Wettbewerb „Klimaschutz mit System“ mit einem Zuschuss von rund 200 000 Euro ausgezeichnet.

Problematische Genehmigungen

Problematisch seien die Genehmigungen gewesen, insbesondere das Genehmigungsverfahren zur Unterquerung der Aach mit den Leitungen habe sich als schwierig erwiesen. „Mit der Zeitdauer der Umsetzung haben wir uns alle getäuscht“, sagte Lamm. Zudem sei die Firma des planenden Ingenieurs insolvent gegangen, fügte Heger mit ein. Nun aber sei alles insoweit fertiggestellt.

Die Sporthalle und das Hallenbad der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen sollen unter anderem mit der Fernwärme beheizt werden.
Die Sporthalle und das Hallenbad der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen sollen unter anderem mit der Fernwärme beheizt werden. | Bild: Holger Kleinstück

„Wir haben in der letzten Woche noch einige Leitungen isoliert“, informierte Heger über den neuesten Stand. Vorher habe man 162 Grad Celsius Wärme in den Leitung gehabt, nun erreiche man 100 Grad mehr.

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Neben der Abwärme falle in der Firma auch Abwasser an, damit könnte man zudem beispielsweise Gewächshäuser betreiben, regte der Ingenieur zudem an. In Wahlwies werde so ein Projekt derzeit realisiert, meinte Heger. Das könnte er sich am Standort auch gut vorstellen, da sich an das kleine Industriegebiet im Ortsteil Mühlhofen genügend Freiflächen und Felder anschließen. „Die Abfallenergie klimafreundlich weiterverwenden und somit die Nutzung der Primärenergie zu reduzieren, das ist mein Ziel“, sagte Heger.