„Wir haben einfach noch Glück gehabt.“ Ulrich Sulger ist froh. Der Unteruhldinger ist vor wenigen Tagen mit seiner Lebenspartnerin Constanze Merkle von einer dreiwöchigen Reise aus Sri Lanka zurückgekommen. Verliefen die ersten Tage noch ganz reibungslos, so spürte er die Auswirkungen der Corona-Krise zum Schluss seines Auslandsaufenthaltes doch umso mehr. Das berichtete er am Dienstag dem SÜDKURIER.

„Es gab keinen Grund, diese Reise nicht anzutreten“

Noch am Tag vor seiner Abreise habe er auf der Homepage des Auswärtigen Amtes geschaut, ob es Reisewarnungen in Bezug auf Sri Lanka gibt. Das sei aber nicht der Fall gewesen. „Es gab keinen Grund, diese Reise nicht anzutreten“, so der Hauptamtsleiter der Gemeinde Sipplingen. „Nichts Besonderes“ habe es bei der Hinreise an den Flughäfen in München und bei der Zwischenlandung in Dubai gegeben.

In Sri Lanka wähnt man sich zunächst in Sicherheit

Eine achttägige große Sri-Lanka-Rundreise zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten habe er noch ohne große Auffälligkeiten absolvieren können. In Bezug auf Corona sei argumentiert worden, dass man in Sri Lanka aufgrund des feuchtwarmen Klimas mehr oder weniger geschützt sei. „Sie haben sich schon ein bisschen in Sicherheit gefühlt“, sagte Sulger.

Immer mehr Angebote schließen, immer weniger Hotelgäste

Doch je mehr sich der Urlaub dem Ende genähert habe, desto mehr sei geschlossen worden „und alle Angebote wurden zunehmend runtergefahren“, so Sulger. So seien ein Besuch in einem Park oder Tagesausflüge nach der Rundreise nicht mehr möglich gewesen. In dem Hotel, wo sie zuletzt weilten, seien zum Schluss nur noch 19 Personen gewesen – bei 150 Zimmern.

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Reisegruppe wird immer nervöser

Dort seien unter anderem ein Themenrestaurant und eine Cocktailbar geschlossen worden, zunehmend habe es eine Ausgangssperre gegeben. „Auch das Personal wurde mehr oder weniger eingesperrt. Die Reisegruppe wurde langsam immer nervöser. Und irgendwann steckt dich das doch an“, erzählte Sulger und fügte hinzu, dass nach ihnen keine Touristen mehr ins Land gekommen seien.

Rückreise läuft anders als geplant

Ursprünglich wollte er wieder in München landen – wie bei der Hinreise mit Zwischenlandung in Dubai –, doch daraus wurde infolge Corona nichts. Flüge von Colombo nach Dubai gab es nicht mehr. Deswegen musste er einen Direktflug nach Frankfurt in Kauf nehmen, und das drei Tage später als ursprünglich beabsichtigt. Dort angekommen, sei es „gespenstisch ruhig“ gewesen. Kaffee habe es nur „to go“ gegeben.

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Bei der Rückfahrt nach München mit einem Mietwagen über die Autobahn fühlte sich Sulger, wie er sagte, „wie an einem autofreien Sonntag“. Und am Flughafen in München sei sein abgestelltes Auto das letzte in einer großen Parkhalle gewesen. Nun ist der 59-Jährige einige Tage später als geplant und mit vielen neuen (und ungewollten) Eindrücken wieder in seiner Heimat angelangt, er befindet sich jetzt wie viele im Homeoffice.