Als im Dezember 2019 die Proben des Theaterensembles der Alten Fabrik Mühlhofen begannen, dachte wohl kein Akteur, dass die Aufführung erst im Juli 2021 stattfinden würde. Doch vor allem die Corona-Situation ließ einen früheren Zeitpunkt nicht zu. „Zunächst war das Ganze auf November 2020 geplant, doch dann kam der Lockdown“, berichtet Matthias Becht von der Alten Fabrik. „Der zweite Termin im März fiel dann erneut in die coronabedingte Schließzeit.“

Premiere für das erste selbst geschriebene Theaterstück

Das wirkte sich natürlich auch auf die Probezeit aus, denn in den Monaten des Lockdowns konnte sich das Ensemble nicht treffen. Trotzdem blieben alle acht Akteure am Ball und freuen sich nun, dass am Freitag, 16. Juli endlich die Premiere stattfinden kann. Für die Truppe ist es ein ganz besonderes Lustspiel, denn es ist das erste Theaterstück, das auch noch selbst geschrieben ist.

Es sollte eine Komödie in einem Friseursalon sein

„‘Kanalgasse‘ war das erste Stück, das wir mit dem Theaterensemble der Alten Fabrik aufgeführt haben“, erinnert sich Programmchef Matthias Becht. „Als wir 2019 unsere bislang letzte Aufführung hatten, haben wir gesagt, dass wir das nächste Mal etwas in einem Friseursalon spielen wollen.“ Daraufhin suchten die Akteure Manuskripte von Komödien, die in einem solchen Rahmen spielen. Es fanden sich etwa acht Werke, „aber so richtig gefallen hat uns keines“, sagt Matthias Becht. Da erinnerten sich die beiden Macher Martin Möcking und Matthias Becht an die Kanalgasse.

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Viel Klamauk und Gaudi waren gefragt

„Die vier Charaktere in dem Haus haben uns einfach gefallen“, erzählt Martin Möcking. „Da haben wir uns entschlossen, selbst ein Stück zu schreiben und ins Erdgeschoss des Hauses einen Friseursalon einzubauen.“ Gesagt, getan. Innerhalb von nur drei Wochen wurde ein Lustspiel geschrieben. „Unser Ziel war es, jede Menge Klamauk und Gaudi einzubauen“, berichtet Matthias Becht. „Es soll einfach viel gelacht und alles nicht ganz so ernst genommen werden.“

Während der Corona-Zwangspause wurde das Manuskript weiterentwickelt

Das war im Herbst 2019. Mittlerweile ziehen sich die Proben wegen Corona bereits eineinhalb Jahre hin. In dieser Zeit wurde das Manuskript immer weiterentwickelt und noch einiges umgeschrieben. Eine weitere Schwierigkeit lag darin, dass die Gruppe keinen Regisseur hat. „Am Anfang war das kein Problem“, erzählt Martin Möcking. „Am Ende, als wir alles zusammenhängend geprobt haben, wäre das eventuell eine Hilfe gewesen.“ So ist „Kanalgasse – Teil 2“ ein komplett eigenes Stück. Selbst das Bühnenbild wurde selbst gestaltet.

Sechs Aufführungen im Juli und Oktober

Jetzt freut sich das Theaterensemble der Alten Fabrik Mühlhofen auf insgesamt sechs Aufführungen. Die ersten vier finden an den kommenden beiden Wochenenden statt. Zwei weitere Termine sind am 1. und 2. Oktober geplant. Es gibt noch Restkarten. Da das Stück im geschlossenen Raum aufgeführt wird, gilt für die Besucher die 3-G-Regel: geimpft, genesen oder getestet.