Dem Beschluss zur neuen Gebührensatzung ging eine lebhafte Debatte im Gemeinderat voraus. Letztmals hatte der Rat die Satzung im April dieses Jahres geändert, in dem er die Gebührenpflicht zeitlich vom 1. März bis 31. Oktober ausgeweitet hatte.

Bentele sagte, durch die Einführung der Echt-Bodensee-Card werde der öffentliche Nahverkehr für viele Touristen kostenfrei. Sie befürchtete, dass durch die derzeit niedrigeren Parkgebühren verstärkt Parktourismus betrieben werde, die Seelinie der RAB fahre alle Viertelstunde Richtung Überlingen beziehungsweise Meersburg. Sie schlug zur Vereinfachung der Gebühren- und Überwachungsstruktur ein Halbtages- (vier Stunden) und ein Tagesticket (zehn Stunden) mit 7 Euro beziehungsweise 10 Euro vor. „Dies würde auch zur Vereinfachung der Bedienung der Parkautomaten führen“, sagte sie. „Viele kommen derzeit damit nicht zurecht.“ Die Einnahmen der Parkplätze belaufen sich laut Bentele in diesem Jahr auf rund 420 000 Euro. Die vorgeschlagene Erhöhung sei mit Mehreinnahmen von 130 000 Euro im Haushalt 2022 eingeplant. Deutlich attraktiver machen möchte die Gemeinde das Handyparken. „Das wird immer mehr nachgefragt“, begründete Bürgermeister Dominik Männle.

Parkgebühren beim Friedhof?

Schnell wurde deutlich, dass die Ratsmitglieder die Erhöhung überwiegend für sinnvoll und angemessen hielten, nicht aber die vorgeschlagene Gebührenstruktur. So bemängelte etwa Jean-Christophe Thieke (CDU), dass man 7 Euro für eine Stunde zahlen müssen, wer erst um 17 Uhr auf den Parkplatz komme. Ähnlich sah es Christine Allgaier (BuF), die für einen Zwei-Stunden-Tarif plädierte. „Denkt doch mal an die Mühlhofener, die abends zum Baden wollen“, sagte sie. „Und Bürger, die vielleicht nur mal zum Essen wollen“, warf Meinrad Holstein (FDP) ein. „Ich bin unbedingt für zwei Euro. Sonst wird Unteruhldingen ab 16 Uhr zugeparkt“, sagte Markus Wesch (AWG). Dass man nur mit 10-Euro-Schein oder per Münzen bezahlen kann, befand Christine Allgaier als „steinzeitmäßig“: „In jedem Ort kann man mit Karte zahlen.“ Bentele begründetet dies mit fehlendem W-LAN. „Und wir haben ein hochmodernes Handybezahlsystem. Das ist weitaus fortschrittlicher als mit Karte zahlen“, sagte Männle. Erwin Marquart (CDU) wiederum befand, dass man mittelfristig nicht an Parkgebühren beim Friedhof Seefelden vorbeikommen werde, um dort den Parksuchverkehr einzuschränken.

Der Parkplatz am Sport- und Funpark wird als trostlos angesehen. Der Gemeinderat wünscht sich eine optische Aufwertung. Allerdings ...
Der Parkplatz am Sport- und Funpark wird als trostlos angesehen. Der Gemeinderat wünscht sich eine optische Aufwertung. Allerdings fielen dann viele Parkplätze weg. | Bild: Kleinstück, Holger

Eine Debatte gab es auch um den im Jahr 2015 in Betrieb genommenen Parkplatz am Sport-. und Funpark, der insbesondere für Wohnmobile vorgesehen ist, weil diese seit 2018 nicht mehr auf dem Parkplatz zum See parken dürfen. Die vorgeschlagene Erhöhung von 16 auf 25 Euro hielt Nadine Bohn (CDU) für „extrem viel. Außerdem ist es kein schöner Parkplatz.“ In die gleiche Kerbe hieb Angelika Lenius (JB), die sich für eine Verschönerung des Parkplatzes aussprach. „Ich habe selten einen so lieblosen Parkplatz gesehen. Der ist schon armselig.“ Ähnlich sah es Ute Stephan (BuF): „Der Platz ist eine Beleidigung fürs Auge. Wir müssen ihn aufwerten.“ Männle gab zu, dass der Parkplatz optisch zu wünschen übrig lasse. Der Rathauschef gab aber zu bedenken, das im Falle einer Verschönerung mit Bäumen zur Beschattung rund eine Drittel der derzeit 178 Stellplätze wegfielen.

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