Mindestens einen Raum mehr für den Musikschulunterricht wünscht sich Fabian Koch, der seit Dezember 2019 bis voraussichtlich April 2022 die Musikschulleitung als Elternzeitvertretung von Claudia Jope übernommen hat und die Fächer Tenorhorn, Posaune und Tuba, die sogenannten tiefen Blechblasinstrumente, unterrichtet. Im Gemeinderat gab er jetzt einen Bericht für das Musikschuljahr 2019 und einen Zwischenbericht für 2020.

Erfolge bei „Jugend musiziert“

Im Vorjahr fanden nach seiner Darstellung 32 Veranstaltungen statt. „Dazu gehören regelmäßige Vorspielmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schülern bei den Solistenpodien und dem Sommer- sowie dem Weihnachtspodium, welche als Schuljahres- beziehungsweise Kalenderjahresabschlusskonzerte mittlerweile einen festen Platz in der Jahresplanung haben“, so der Musikschulleiter. Auch habe man Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ in den Fächern Violine, Cello, Klavier und Schlagzeug. Koch: „Hier konnten einige unserer Schüler punkten und sich für den Landeswettbewerb qualifizieren.“

Kooperation mit den Musikvereinen

Er machte darauf aufmerksam, dass es seit September 2019 in Kooperation mit den beiden Musikvereinen eine Jugendkapelle gibt, deren Leitung er im Januar 2020 übernommen hat. „Die erste Probe fand im September 2019 statt und die Juka besteht derzeit aus rund 26 Jugendlichen“, so Koch. Schon im November habe die Juka das erste Konzert erfolgreich absolviert, außerdem habe man einheitliche Poloshirts angeschafft. Die Jugendkapelle stelle den Abschluss einer dreistufigen Orchesterausbildung im Bläserbereich dar. Nach der Bläserklasse oder nach rund einem Unterrichtsjahr an der Musikschule hätten die Schüler die Möglichkeit, in die September 2018 gegründete Juniorband zu wechseln.

Das könnte Sie auch interessieren

Ab Mai eingeschränkt wieder Präsenzunterricht begonnen

So sah der Onlineunterricht aus: Fabian Koch mit der damaligen Drittklässlerin Sophie am Tenorhorn per Computer.
So sah der Onlineunterricht aus: Fabian Koch mit der damaligen Drittklässlerin Sophie am Tenorhorn per Computer. | Bild: Kleinstück, Holger

Das diesjährige Coronajahr ansprechend, sagte Koch, dass man Mitte März sämtliche Unterrichte und Veranstaltungen vorerst absagen habe müssen. „Wir konnten recht schnell und dank der Flexibilität und der Offenheit der Lehrkräfte sowie der Eltern und Schüler zumindest den Einzelunterricht und Kleingruppenunterricht online fortführen“, sagte er. Doch sowohl die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Musikschule als auch die Jubiläumsreise der Juka nach Budapest und auch ein geplanter Streichorchesteraustausch mit einer Musikschule in Nürnberg hätten nicht wie geplant stattfinden können. Ab Mai habe man eingeschränkt wieder den Präsenzunterricht aufnehmen und sukzessive erweitern können. „Ich hoffe, dass nicht wieder eine angeordnete Schließung der Musikschule bevorsteht“, sagte Koch. „Mit unserem Hygieneplan und der gewissenhaften Umsetzung der Hygienekonzepte bin ich da aber sehr optimistisch.“ Dieses Jahr sollen ihm zufolge noch das Beethoven-Projekt und weitere kleine Konzerte sowie das Weihnachtspodium stattfinden. „Alles natürlich unter den Auflagen der derzeitigen beziehungsweise dann aktuellen Situation.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unterrichtsabläufe sind gefährdet

Sein Wunsch an die Gemeindeverwaltung: „Mindestens“ einen Raum mehr. „Ehrlich gesagt sind wir sogar darauf angewiesen, um einen reibungslosen Unterrichtsablauf gewährleisten zu können.“ Den zwölf Lehrkräften stünden sieben Räumen zur Verfügung, in den auch die Orchesterangebote stattfänden. „Oft müssen wir in die Räumlichkeiten der Grundschule ausweichen, was aber alles andere als krisensicher ist, wie man in der zurückliegenden Zeit durch diverse Verordnungen sehen konnte.“ Mittlerweile sei der Musikschule durch die aktuelle Pandemiestufe drei die Nutzung des Inforaumes der Grundschule wieder untersagt worden. Koch: „Auch brauchen wir für den Orchesterunterricht gerade in diesen Tagen große Räume zur Verfügung.“

Wertschätzung des Musikunterrichts steigern

Sein Ziel: Das Erreichen einer hohen Anerkennung und einer angemessenen Wertschätzung des Musikunterrichts. „Denn die Musik und die musikalische Ausbildung gehören für mich zu einem Grundbedürfnis eines jeden Menschen und gehören in einem öffentlichen Bildungsauftrag genauso dazu wie Mathematik und Sport.“

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €