Das Gewerbegebiet im Ortsteil Mühlhofen wird vergrößert: Der Gemeinderat verabschiedete den Entwurf für den Bebauungsplan Gewerbegebiet „Im Ried III“ inklusive der örtlichen Bauvorschriften und beschloss die Offenlage zur frühzeitigen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Erweiterung des zentralen Gewerbestandortes der Gemeinde „Im Ried“ geschaffen werden. Der Entwurf wird ab Montag, 26. Oktober für fünf Wochen im Rathaus zur Einsichtnahme ausgelegt.

Aktuell keine gewerblichen Bauflächen mehr vorhanden

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Nach Darstellung des Planers Helmut Hornstein aus Überlingen ist das in mehreren Abschnitten entwickelte Gewerbegebiet mittlerweile weitgehend bebaut. „Aktuell stehen der Gemeinde keine gewerblichen Bauflächen zur Verfügung“, sagte er. „Mittlerweile liegen jedoch mehrere konkrete Anfragen heimischer Betriebe vor.“ Deshalb solle das Gebiet um eine rund 9000 Quadratmeter große Fläche erweitert werden. Verbunden mit dieser Planung sei die Weiterführung der vorhandenen Erschließungsstraße nach Nordwesten. „Diese Straße soll mittelfristig an die Grasbeurer Straße weitergeführt und dort an das örtliche Straßennetz angebunden werden“, so Hornstein. Die Planung erhalte bereits einen ersten, rund 110 Meter langen Abschnitt der Straße.

Wolfgang Metzler (BuF): „Das Baufenster sollte mehr Abstand von der Bahnlinie haben.“
Wolfgang Metzler (BuF): „Das Baufenster sollte mehr Abstand von der Bahnlinie haben.“ | Bild: privat

Alternativen für ein Gewerbegebiet gäbe es so gut wie nicht, die vollständig belegten Gewerbeflächen in Oberuhldingen und Unteruhldingen böten keinerlei Erweiterungspotenzial. Eine Neuausweisung eines Gebietes an einem neuen Standort sei nur schwer möglich und hätte voraussichtlich einen wesentlich höheren Flächenverbrauch aufgrund zusätzlich erforderlicher Verkehrsflächen zur Folge, so Hornstein. Er kündigte an, dass in dem eingeschränkten Gewerbegebiet selbstständige Werbeanlagen und Einzelhandelsbetriebe nicht zulässig seien. „Ausnahmsweise zulässige Nutzungen werden nicht Bestandteile des Bebauungsplanes“, erläuterte er. Damit sprach der Planer Anlagen für kirchliche, soziale, kulturelle und gesundheitliche Zwecke an. Hornstein: „Die gehören in den Ortskern.“ Das angrenzende Gewerbegebiet „Im Ried II“ ansprechend, sagte er, dass dort eine dreigeschossige Bebauung mit einer zulässigen Wandhöhe von 10,50 Meter und einer maximalen Gebäudehöhe von 12,50 Meter festgesetzt sei.

Gabriele Busam (FW): „Ich bin gegen große Lagerhallen. Dazu ist das Gebiet zu wertvoll.“
Gabriele Busam (FW): „Ich bin gegen große Lagerhallen. Dazu ist das Gebiet zu wertvoll.“ | Bild: Kleinstück, Holger

Gabriele Busam (FW) sprach sich gegen große Lagerhallen aus, wie sie bereits im Mühlhofer Gewerbegebiet zu finden seien. „Dazu ist das Gebiet zu wertvoll.“ Hornstein antwortete, man könne solche ausschließen. Christine Allgaier (BuF) votierte gegen Gebäude mit über 50 Meter Länge. Erwin Marquart (CDU) sagte: „Das liegt allein in unserer Verantwortung.“ Man sollte lieber abwarten und erst dann verkaufen, bis ein geeigneter Bauherr gefunden sei.

Erwin Marquart (CDU): „Lieber abwarten und dann verkaufen, bis ein geeigneter Bauherr gefunden ist.“
Erwin Marquart (CDU): „Lieber abwarten und dann verkaufen, bis ein geeigneter Bauherr gefunden ist.“ | Bild: Ewald Schlegel

Wolfgang Metzler (BuF) plädierte für ein abgesetztes Baufenster von der Bahnlinie, „schon wegen der dort nicht unbedeutenden Bäume“. Und Helmut Halbhuber (FW) machte sich für eine zweite Ausfahrt zur Grasbeurer Straße stark. Bürgermeister Dominik Männle antwortete, dass sich dies in der Planung „für die nächsten zwei bis drei Jahre“ befinde, man aber noch Grunderwerb nach Offenlage des Bebauungsplanes benötige. Bis auf Metzler stimmte das Gremium dem Vorhaben zu.

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