Um dringend benötigten Wohnraum zu realisieren, hatte das Gremium im April vor zwei Jahren den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Kanalweg gefasst – im beschleunigten Verfahren nach Paragraf 13b des Baugesetzbuchs: Dieses erlaubt es seit 2018, auf Flächen im Außenbereich neues Bauland auszuweisen, und zwar schneller und leichter, als es beim Normalverfahren möglich wäre. Die Fläche muss für Wohnungsbau genutzt werden, an bebaute Ortsteile anschließen und darf eine Grundfläche von einem Hektar nicht überschreiten.

„Angebot für bezahlbare und familienfreundliche Grundstücke“

Das Plangebiet ist nach Norden hin um zwei Teilflächen erweitert worden. „Mit dem Bebauungsplan sollen die planungsrechtlichen Grundlagen für die Erweiterung des im Süden von Mühlhofen gelegenen Wohngebietes geschaffen werden, das in den letzten Jahrzehnten in mehreren Abschnitten realisiert wurde“, wie Ortsbaumeister Fabian Stephan erläuterte. „Die Gemeinde möchte damit ein Angebot für bezahlbare und familienfreundliche Baugrundstücke schaffen, auf denen im wesentlichen Einzel- oder Doppelhäuser als Ein- oder Zweifamilienhäuser errichtet werden können.“

Planer Helmut Hornstein aus Überlingen teilte mit, dass die Gemeinde die endgültige Satzung noch dieses Jahr beschließen müsse. „Das ist aber problemlos leistbar.“ Im Baugebiet sollten die Strukturen des benachbarten Baugebiets aufgegriffen werden, es werde nichts Neues entwickeln. Da man Wohnraum schaffen wolle, seien keine anderen Nutzungen erlaubt, die sonst ausnahmsweise zulässig wären – somit auch keine Ferienwohnungen. Die Dichte der Bebauung sei so gewählt, „dass möglichst sparsam mit dem zur Verfügung stehenden Grund und Boden umgegangen wird“, sagte Hornstein. Das Plangebiet liege außerhalb der Wohnbauflächen, die im Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbandes Meersburg dargestellt sind, weshalb der Flächennutzungsplan anzupassen sei, aber nicht im Parallelverfahren. Ein Umweltbericht oder Ausgleichsmaßnahmen seien nicht erforderlich.

Turn- und Festhalle soll weiterhin
wie gewohnt nutzbar sein

„Passt, ist harmonisch und wird super“, lobte Ute Stephan (BuF). Sie bat aber darum, bei künftigen Bebauungsplänen mehr an die Maßnahmen des Klimaschutzes zu denken. Domenico Ferraro (SPD) fragte, ob die Grundstücksbesitzer nicht die Fernwärme der HTU-Wärmetechnik nutzen könnten. Dem hielt Erwin Marquart (CDU) entgegen, dass bei den heutigen Neubauten keine Fernwärme mehr sinnvoll und erforderlich sei. Und Hubert Wagner (JCB) sagte, dass gewährleistet sein müsse, dass alle Veranstaltungen in der benachbarten Turn- und Festhalle auch künftig problemlos stattfinden können. Das Ratsgremium genehmigte den Bebauungsplanentwurf einstimmig.