So teilte er mit, dass sich die Haushaltslage vor allem in den nächsten Jahren zuspitzen werde. „Die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen muss deshalb – auch mittelfristig – nicht nur verschiedenste Aufwendungen streichen, sondern auch über Erhöhungen im Bereich der Erträge nachdenken“, sagte er.

In das neue Kinderhaus Sonnenschein in Mühlhofen am Kanalweg investiert die Gemeinde im nächsten Jahr am meisten: 2,77 Millionen Euro ...
In das neue Kinderhaus Sonnenschein in Mühlhofen am Kanalweg investiert die Gemeinde im nächsten Jahr am meisten: 2,77 Millionen Euro sind im kommenden Haushalt verbucht, die Inbetriebnahme ist für das Kindergartenjahr 2022/23 geplant. | Bild: Kleinstück, Holger

Der Rathauschef sprach in dem Zusammenhang die Grabnutzungsgebühren, die Gebühren der Bücherei, der Kindergarten und der Kernzeitbetreuung an. Die kommenden Jahre ansprechend sagte Männle, dass zur Finanzierung der Investitionen Neubau Bauhof in Oberuhldingen und Fertigstellung des Kinderhauses Sonnenschein in Mühlhofen die Einzahlungen aus den Verkaufserlösen der Wohnbebauungen am Apfelberg, Im Leim und im Kanalweg sowie die Verkaufserlöse des alten Bauhofes dringend benötigt werden. Männle: „Zusammen mit den hoffentlich reichlich fließenden Fördergeldern sollten die anstehenden Projekte somit auch im Haushalt abbildbar sein.“ Zur Umsetzung der Projekte sei man aber auch auf eine schnelle und gute Erholung der Wirtschaft und der Konjunktur angewiesen.

Bild 2: Haushaltslage spitzt sich zu. Bürgermeister deutet Gebührenerhöhungen an
Bild: Steller, Jessica

Beim aktuellen Zahlenwerk handelt es sich um das zweite der Gemeinde, mit dem sich der Rathauschef beschäftigt hatte. „Zusammen mit allen Amtsleiterinnen und Amtsleitern haben wir es einmal mehr geschafft, den Haushalt meines Erachtens sehr solide aufzustellen“, sagte der Bürgermeister. “Wie sich der Haushalt 2022 in der Ausführung allerdings entwickelt, hängt ganz von der Entwicklung der Corona-Lage ... und der wirtschaftlichen Erholung danach ab.“ Das Gremium wird den Haushalts-Entwurf in seiner Sitzung am 21. Dezember diskutieren.

„Die laufenden Erträge decken die laufenden Aufwendungen.“
Dominik Männle, Bürgermeister

Auch der vierte Haushalt weist nach der Umstellung auf die kommunale Doppik einen ausgeglichenen Ergebnishaushalt auf und bedarf erneut keiner Kreditaufnahme. Männle: „Das heißt, die laufenden Erträge decken die laufenden Aufwendungen.“ Der Überschuss des Gesamtergebnishaushaltes, in dem Aufwand und Ertrag ähnlich wie in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Betriebs dargestellt werden, beläuft sich auf gut 197 000 Euro. Dieser Haushalt setzt sich zusammen aus ordentlichen Erträgen in Höhe von 19,86 (Vorjahr: 18,34) Millionen Euro und ordentlichen Aufwendungen von 19,66 (18,13) Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Gesamtfinanzhaushalt, in dem alle Ein- und Auszahlungen dargestellt werden, gliedert sich zum einen in die Ein- und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit. Die Einzahlungen betragen 19,42 Millionen Euro, die Auszahlungen 18,06 Millionen Euro, was einen Zahlungsmittelüberschuss von knapp 1,36 Millionen Euro ergibt. Zum anderen gliedert er sich in die Ein- und Auszahlungen aus Investitionstätigkeit: Einzahlungen von 3,32 Millionen Euro stehen hier Auszahlungen von 7,08 Millionen Euro gegenüber – das ergibt einen Finanzierungsmittelbedarf aus Investitionstätigkeit von 3,76 Millionen Euro. Dieser Betrag wird noch um den Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushaltes reduziert, was einen Finanzierungsmittelbedarf von 2,40 Millionen Euro ergibt. Männle: „Hinzu kommt noch der Finanzierungsmittelbedarf aus Finanzierung – also einfach gesagt die Summe aus der Tilgung der Kredite – in Höhe von 40 000 Euro.“ Daher beläuft sich der Finanzierungsmittelbestand zum Ende des Haushaltsjahres auf minus 2,44 Millionen Euro: Die Liquidität der Gemeinde nimmt um diesen Betrag ab.

Investitionen und Erträge

Gesamtschulden sinken auf 115 Euro pro Einwohner

Die Gemeindeschulden sinken auf 960 000 Euro, das sind 115 Euro pro Einwohner. (siehe Grafik). „Damit liegen wir weiterhin sehr deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 475 Euro pro Einwohner“, erläuterte Männle. Der Rathauschef sagte weiter, dass die voraussichtliche Liquidität Anfang kommendes Jahres 3,9 Millionen Euro betragen werde. Zähle man die an die Eigenbetriebe Gemeindewerke und Abwasser für Investitionen gewährten Trägerdarlehen von 3,2 Millionen Euro gedanklich noch hinzu, betrage die Liquidität 4,7 Millionen Euro oder 565 Euro je Einwohner.

Personalkosten steigen

Man werde diese Trägerdarlehen aber weiterhin bestehen lassen, „da wir dadurch Verwahrentgelte für unsere Guthaben vermeiden“, erläuterte der Bürgermeister. Bei Bedarf könnten diese inneren Darlehen jederzeit zum jeweiligen Jahresende abgelöst werden. Die Gemeinde könne diese ausgeliehenen Gelder dann wieder für eigene Investitionen verwenden.

Die Personalkosten betragen laut Männle 5,46 Millionen Euro, was innerhalb der ordentlichen Aufwendungen einen Anteil von rund 29 Prozent ausmache. „Hier erhöht sich der Ansatz um 572 000 Euro.“