Dieses Jahr ist besonders. Vieles ist anders. Auch beim Spargel ist das so, allerdings sind die Änderungen nicht ganz so drastisch. 2021 haben die Spargelbauern in der Region wieder Erntehelfer. „Wir hatten vier neue Helfer, die allerdings bereits wieder abgereist sind“, sagt Andreas Volz, der in und um Meersburg etwa zwei Hektar Spargelfelder betreibt.

So wächst der weiße Spargel im Erdwall. Zum Stechen wird der Boden entfernt und die Stange tief unten abgestochen. Danach wird die Erde wieder zu einem Wall aufgeschüttet.
So wächst der weiße Spargel im Erdwall. Zum Stechen wird der Boden entfernt und die Stange tief unten abgestochen. Danach wird die Erde wieder zu einem Wall aufgeschüttet. | Bild: Reiner Jäckle

„Sie haben zwar anfangs gut gearbeitet, wurden dann aber extrem nachlässig“, beschreibt Volz seine Helfer. Nun ist er auf der Suche nach Ersatz. „Der Mindestlohn ist diesbezüglich für uns echt ein großes Problem“, erklärt er. „Wenn wir Leute haben, die unser Feld nicht richtig bearbeiten, sind wir damit doppelt bestraft.“

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Dieses Jahr läuft bei Möking die Ernte fast wieder normal

Mit etwa 20 Hektar Anbaufläche einen der größten Betriebe am Bodensee hat Wilfried Möking, der in Uhldingen-Mühlhofen seinen Spargelhof hat. Für ihn arbeiten etwa 15 Erntehelfer. „Vergangenes Jahr haben wir mehr als ein Drittel des Spargels gar nicht gestochen“, erinnert er sich. Dieses Jahr laufe dagegen fast alles wie sonst auch. Allerdings hat die Saison deutlich später begonnen. Dafür war das Wetter verantwortlich, denn durch den kühlen und nassen Frühling ist der Spargel deutlich langsamer gewachsen.

Wilfried Möking zeigt in seinem Hofladen in Uhldingen-Mühlhofen die Tagesaktuelle Ernte. Er hat weißen, grünen und ganz neu auch violetten Spargel.
Wilfried Möking zeigt in seinem Hofladen in Uhldingen-Mühlhofen die Tagesaktuelle Ernte. Er hat weißen, grünen und ganz neu auch violetten Spargel. | Bild: Reiner Jäckle

Ende April gab es dann aber den ersten Spargel. Allerdings war die Menge noch gering. Der Wachstum war so langsam, dass die Nachfrage zunächst höher war. Erst seit der zweiten Maiwoche, als es einmal mehrere Tage lang wärmer war, lief die Ernte dann ganz normal. „Seitdem läuft alles wie in den Jahren zuvor“, berichtet Wilfried Möking.

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Spargelbauern sind mit der Qualität sehr zufrieden

Da es selbst Ende Mai noch richtig kalte Nächte gibt, ist Möking sogar positiv überrascht, wie viel Spargel es überhaupt gibt. Auch Andreas Volz ist mit der Menge, aber vor allem mit der Qualität sehr zufrieden. „Der Spargel wächst fast wie im Bilderbuch“, sagt der Meersburger. „Wir sortieren alles von Hand und sehen, dass wir eine überaus gute Qualität haben.“

Auf diesem Feld wächst der Spargel über den Wall hinaus. So entsteht grüner Spargel.
Auf diesem Feld wächst der Spargel über den Wall hinaus. So entsteht grüner Spargel. | Bild: Reiner Jäckle

Bei der Vermarktung allerdings unterscheiden sich die beiden. Während Andreas Volz nahezu die komplette Ernte in seinem Hofladen in Meersburg verkauft, ist es bei Wilfried Möking etwa die Hälfte des Ertrages, die er direkt auf dem Hofgut und in der Besenwirtschaft „Jammer nich“ vertreibt. Deshalb ist der Meersburger auch kaum von den lange geschlossenen Gastronomie-Betrieben betroffen. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer weniger an Restaurants geliefert“, erklärt Andreas Volz.

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Möking suchte schon im Winter nach Absatzmöglichkeiten im Handel

Das ist bei Wilfried Möking ganz anders, er liefert sogar bis nach Vorarlberg. „Nach Österreich können wir ja wieder fahren“, sagt er. „Allerdings ist das mit der Gastronomie in Deutschland anders.“ Deshalb habe er sich bereits im Winter anderweitig umgeschaut. „Wir haben uns rechtzeitig darum gekümmert, dass wir vermehrt an den Lebensmitteleinzelhandel und an direkte Wiederverkäufer liefern“, erklärt Wilfried Möking. „Auch wenn das für uns ein deutlicher Mehraufwand ist.“ Denn dann müsse der Spargel nach Gewicht abgepackt und in Kisten ausgeliefert werden.