„Wir haben es einmal mehr geschafft, den Haushalt meines Erachtens sehr solide aufzustellen“, sagte Bürgermeister Dominik Männle im Gemeinderat. aber darauf aufmerksam, sich von diesem guten Haushalt nicht blenden zu lassen. „Ein Blick in die mittelfristige Finanzplanung 2024 bis 2026 zeigt uns deutlich, dass die fetten Jahre nun erst einmal vorbei sind – wir stehen dort vor drei mageren Jahren.“

Männle: Lage wird sich zuspitzen

Wie schon im Vorjahr kündigte der Bürgermeister an, dass sich die Haushaltslage vor allem in den nächsten Jahren zuspitzen werde. „Die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen muss deshalb – auch mittelfristig – nicht nur verschiedenste Aufwendungen streichen, sondern auch über Erhöhungen im Bereich der Erträge nachdenken.“ Bei den Kindergärten sei dies bereits geschehen, man müsse sich jetzt Grabnutzungsgebühren, die Gebühren der Bücherei und auch die Kernzeitbetreuungsgebühren anschauen. Zur Finanzierung der Investitionen Neubau Bauhof in Oberuhldingen und für die Fertigstellung des neuen Kinderhauses Sonnenschein in Mühlhofen würden die Einzahlungen aus den Verkaufserlösen der Wohnbebauungen am Apfelberg, Im Leim und im Kanalweg sowie die Verkaufserlöse des alten Bauhofes dringend benötigt, sagte Männle. Und: „Zusammen mit den hoffentlich reichlich fließenden Fördergeldern sollten die anstehenden Projekte somit auch im Haushalt abbildbar sein.“

Es geht ohne Kreditaufnahme

Auch der fünfte Haushalt weist nach der Umstellung auf die kommunale Doppik einen ausgeglichenen Ergebnishaushalt auf und bedarf erneut keiner Kreditaufnahme. Männle: „Das heißt, die laufenden Erträge decken die laufenden Aufwendungen.“ Der Überschuss des Gesamtergebnishaushaltes, in dem Aufwand und Ertrag ähnlich wie in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Betriebs dargestellt werden, beläuft sich auf 302 600 Euro. Dieser Haushalt setzt sich zusammen aus ordentlichen Erträgen in Höhe von 21,89  Millionen Euro und ordentlichen Aufwendungen von 21,59 Millionen Euro.

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Der Gesamtfinanzhaushalt, in dem alle Ein- und Auszahlungen dargestellt werden, gliedert sich zum einen in die Ein- und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit. Die Einzahlungen betragen 21,77 Millionen Euro, die Auszahlungen 20,35 Millionen Euro, was einen Zahlungsmittelüberschuss von 1,42 Millionen Euro ergibt. Zum anderen gliedert er sich in die Ein- und Auszahlungen aus Investitionstätigkeit: Einzahlungen von 2,77 Millionen Euro stehen hier Auszahlungen von 3,5 Millionen Euro gegenüber – das ergibt einen Finanzierungsmittelbedarf aus Investitionstätigkeit von 0,74 Millionen Euro. Dieser Betrag wird noch um den Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushaltes (1,42  Millionen Euro) reduziert, was einen Finanzierungsmittelüberschuss von 683 000 Euro ergibt. „Hiervon wird noch die Tilgung der Kredite in Höhe von 40 000 Euro abgezogen“, erläuterte der Bürgermeister. „Am Ende steht dann eine Änderung des Finanzierungsmittelbestandes zum Ende des Haushaltsjahres mit 643 000 Euro.“ Die Liquidität der Gemeinde nimmt um diesen Betrag zu.

Der größte Einzelposten auf der Investitionsseite des Haushalts sind 830 000 Euro für den Neubau des Kinderhauses Sonnenschein, das ...
Der größte Einzelposten auf der Investitionsseite des Haushalts sind 830 000 Euro für den Neubau des Kinderhauses Sonnenschein, das fast fertiggestellt ist. Dieses Bild entstand Ende September. | Bild: Kleinstück, Holger

Die Gemeindeschulden sinken auf 920 000 Euro, das sind 108 Euro pro Einwohner, sieben weniger als im Vorjahr. „Damit liegen wir weiterhin sehr deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 487 Euro pro Einwohner“, erläuterte Männle. Der Rathauschef sagte weiter, dass die voraussichtliche Liquidität Anfang kommenden Jahres 5,3 Millionen Euro betragen werde. Zähle man die an die Eigenbetriebe Gemeindewerke und Abwasser für Investitionen gewährten Trägerdarlehen von 2,9 Millionen Euro gedanklich noch hinzu, betrage die Liquidität 8,8 Millionen Euro oder 1026 Euro je Einwohner. Man werde diese Trägerdarlehen aber weiterhin bestehen lassen, „da wir dadurch Verwahrentgelte für unsere Guthaben vermeiden“, erläuterte der Bürgermeister. Bei Bedarf könnten diese inneren Darlehen von 2,9 Millionen Euro jederzeit zum jeweiligen Jahresende abgelöst werden. Die Personalkosten betragen laut Männle 6,44 Millionen Euro und damit fast eine 1 Million Euro mehr als im Vorjahr, was innerhalb der ordentlichen Aufwendungen einen Anteil von rund 30 Prozent ausmache.

Ungewisse Zukunft durch Krieg

„Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mit dem Haushaltsplan 2023 sehr zufrieden bin“, sagte Männle. Wie sich der Haushalt in der Ausführung allerdings entwickele, hänge ganz von der Entwicklung des Krieges in der Ukraine in den nächsten Monaten und der wirtschaftlichen Erholung danach ab. Der Rathauschef machte darauf aufmerksam, dass in keinem der nächsten Jahre im Ergebnishaushalt die Aufwendungen durch die Erträge gedeckt werden können, „wir erwirtschaften somit ein Minus“. Zudem stünden noch genügend Projekte an, zu deren Umsetzung man auch auf eine schnelle Erholung der Konjunktur angewiesen sei. Das Gremium wird den Haushalt in seiner Sitzung am 13. Dezember diskutieren.