Um mehr als die Hälfte sind die Übernachtungszahlen der Gemeinde gegenüber dem Vorjahr infolge der Corona-Epidemie eingebrochen: Die Tourist-Information registrierte im ersten Halbjahr 41 304 Übernachtungen gegenüber 85 695 im Vorjahr. Ansonsten blickt die Gemeinde auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Dabei handelt es sich um vorläufige Übernachtungszahlen.

Lockdown kam für den Tourismus überraschend

Die Pandemie ist der Grund, warum erst jetzt der Tourismusbericht 2019 – mit Schwerpunkt Übernachtungszahlen – im Gremium veröffentlicht wurde. „Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown kam überraschend, er hatte und hat große Auswirkungen auf den Tourismus, insbesondere auf die örtlichen touristischen Leistungsanbieter und die Arbeit der Tourist-Information“, sagte deren Leiterin Julia König im Betriebsausschuss Tourismus. Sie berichtete im Welterbesaal über den Umgang mit der Krise, den aktuellen Auswirkungen und gab einen Ausblick auf das Tourismusjahr 2020.

Bisher nur vorläufige Zahlen

Dass es sich derzeit noch nicht um endgültige Zahlen handelt, erklärte die Touristikerin damit, dass einige Gastgeber die Gastdaten nicht über die von der Gemeinde vorgegebenen Vordrucke oder die zur Verfügung gestellte Vorrichtung für das elektronische Meldeverfahren melden. Zu deren Zahlen gibt es bislang daher erst Schätzungen, die genauen Werte seien noch nicht erfasst.

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Auch im zweite Halbjahr Rückgang erwartet

Obwohl sich die Lage inzwischen wieder deutlich verbessert hat, glaubt König nicht, dass die Zahlen des zweiten Halbjahres diejenigen des Vorjahres erreichen werden. „Es wird auf jeden Fall nicht einfach.“ Einen herben Einbruch brachte insbesondere der April: Hier wurden lediglich 185 Übernachtungen registriert gegenüber 19 584 im Vorjahr. Besser sieht es dagegen wieder im Juni aus: Wurden im Vorjahr 38 156 übernachtende Gäste gezählt, so waren es im diesjährigen Juni immerhin schon wieder 33 706. Gelitten haben insbesondere Hotels und Privatvermieter, während bei den Campern der Einbruch längst nicht so stark war. König: „Die Campingplätze haben im Juni sogar von der Coronakrise profitiert.“

Vergangenes Jahr verlief erfolgreich

Im Vorjahr wurden insgesamt 343 914 Übernachtungen registriert, geringfügig mehr als 2018, als es 342 574 Übernachtungen waren. Auf Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben entfielen 253 839 (0,35 Prozent mehr als im Jahr 2018), auf Zweitwohnungen 69 200, auf Campingplätze 12 700 und auf Bootsliegeplätze 8175 Übernachtungen. Geringfügig gesunken ist dagegen die Zahl der Ankünfte: 69 080 Besucher haben für mindestens eine Nacht in einer Unterkunft in Uhldingen-Mühlhofen gebucht. Im Jahr zuvor waren es 69 654 Gäste. Das bedeutet, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 3,63 auf 3,68 Tage gestiegen ist. Die höchsten Übernachtungszahlen wurden im August (51 016) und Juli (48 169) registriert. „In der Nebensaison haben wir noch Luft nach oben“, sagte König. „Hier werden wir dieses Jahr Themenschwerpunkte setzen.“ Die Touristikerin sprach in dem Zusammenhang Wanderer als Zielgruppe an und kündigte die erstmalige Teilnahme der Gemeinde an den Apfelwochen an.

Julia König, Leiterin der Tourist-Information: „Man darf in diesem Jahr nicht von einem normalen Urlaub ausgehen.“
Julia König, Leiterin der Tourist-Information: „Man darf in diesem Jahr nicht von einem normalen Urlaub ausgehen.“ | Bild: Kleinstück, Holger

In der Zeit vom 16. März bis 3. Mai, als die Tourist-Information geschlossen war, waren die Mitarbeiter der Tourist-Information alles andere als untätig. Kommunikation mit touristischen Leistungspartnern und Gästen stand im Vordergrund, wie König sagte. Herausforderung seien die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen zu den Corona-Verordnungen und Informationen zu Stornorichtlinien und Umbuchungsmöglichkeiten gewesen. Verstärkt sei man im Bereich Social Media mit Schwerpunkt Facebook und Instagram tätig.

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Als diesjährigen Aufgaben nannte König unter anderem die Neukonzeption der Homepage, die Optimierung der Datenqualität aller Wander- und Radtouren im System und eine Prüfung möglicher Zusammenarbeit und Produktentwicklung in Bezug auf die Saisonverlängerung. „Man darf in diesem Jahr nicht von einem normalen Urlaub ausgehen“, sagte Julia König abschließend.