600 Meter lang ist der Weg, auf dem Spaziergänger in Mühlhofen die Weihnachtsgeschichte, die Geburt von Jesus, erleben können. 15 Helfer haben auf private Initiative hin hier 14 Stationen angelegt, mit Holzschildern, beleuchteten Weihnachtsbäumen, gemalten Szenen und einer Krippe. 2020 hatten die Initiatoren den Weihnachtsweg erstmals aufgebaut und die Resonanz auf dieses Angebot war groß. In Zeiten von Corona nutzten viele Menschen das Angebot, an der frischen Luft die Weihnachtsgeschichte erleben zu können. Jetzt ist der Weg noch etwas größer und umfangreicher geworden. Bis mindestens zum Dreikönigstag kann man auf dem Weihnachtsweg gehen.

Alternative zu ausgefallenen Gottesdiensten in der Corona-Pandemie

„Wir hatten im Vorjahr überlegt, was man als Alternative zu Krippenspielen und Weihnachtsgottesdiensten anbieten könnte, die ja wegen Corona ausgefallen waren“, erzählt Piera Gürtler aus Mühlhofen von der Idee des Weges. „Etwas fürs Herz“ habe man gebraucht und daher den Entschluss gefasst, dass solch ein Weihnachtsweg dafür geeignet sei. „Und es wäre vielleicht ganz schön, ein Stück mit Maria und Josef und der Weihnachtsgeschichte mitzulaufen, weil viele Kinder die Weihnachtsgeschichte gar nicht mehr kennen“, erzählt Gürtler von den Gedanken 2020.

Reiner Jäckle befestigt das neue, zwei Meter große Bild, das Maria und Josef zeigt und von Tim Gürtler (rechts) geschaffen worden ist.
Reiner Jäckle befestigt das neue, zwei Meter große Bild, das Maria und Josef zeigt und von Tim Gürtler (rechts) geschaffen worden ist. | Bild: Holger Kleinstück

Also fingen die Akteure an, Ideen zu entwickeln, Schilder zu beschriften und zu lackieren, damit die Aufschrift auch halten möge. Schließlich stellten sie den ersten Weihnachtsbaum auf, mit Holzscheiben als Anhänger und mit einem Stift dazu, damit jeder Besucher darauf seinen Wunsch aufschreiben möge. „Ja, und dann war irgendwann der erste Baum voll. Und dann folgte Baum zwei und drei“, erinnert sich Piera Gürtler an die Resonanz bei der Premiere.

Initiatorin Piera Gürtler zeigt eines der vier Holzschilder in Engelsform, die zum Singen einladen.
Initiatorin Piera Gürtler zeigt eines der vier Holzschilder in Engelsform, die zum Singen einladen. | Bild: Holger Kleinstück

Fünf Bäume, neue Bilder und eine Krippe mit Stroh

Dieses Jahr wollte die Initiative gleich drei Bäume aufstellen, doch dank eines Baumspenders wurden es sogar fünf Bäume. Der Hauptplatz am Ende des Weihnachtswegs, an dem alle beleuchtbaren Bäume aufgestellt worden sind, ist in diesem Jahr um ein rund zwei Meter großes Bild erweitert worden. Tim Gürtler hat es gemalten und darauf Maria und Josef festgehalten. Flankiert wird es von einer Krippe mit Stroh. Piera Gürtler erzählt: „Das Jesuskind wird erst am 24. Dezember reingelegt.“

Am Ende des Weihnachtsweges warten Maria und Josef mit der noch leeren Krippe. Zudem gibt es Weihnachtsbäume, an die jeder eine ...
Am Ende des Weihnachtsweges warten Maria und Josef mit der noch leeren Krippe. Zudem gibt es Weihnachtsbäume, an die jeder eine Holzscheibe hängen kann und auf die jeder einen persönlichen Wunsch schreiben kann. Bild: Reiner Jäckle | Bild: Reiner Jäckle

Auf zehn ausgesägten Holztafeln wird die Weihnachtsgeschichte erzählt. Dieses Jahr neu dazugekommen sind vier Tafeln in Engelsform, auf denen Texte und Melodien von Weihnachtsliedern wie „Stille Nacht“ stehen, „damit man diese auch mal wieder gemeinsam singt“, wie Patricia Mairle ergänzt. „Eben nicht immer nur ‚Last Christmas‘.“

Der Weihnachtsweg

Paula, Arrie und Sophia (von links) sind die ersten, die einen der Weihnachtsbäume schmücken.
Paula, Arrie und Sophia (von links) sind die ersten, die einen der Weihnachtsbäume schmücken. | Bild: Holger Kleinstück

Ort für Kindergottesdienste oder das Lesen von Weihnachtsgeschichten

Piera Gürtler kann sich gut vorstellen, dass am Weihnachtsweg ein Kindergottesdienst gefeiert wird oder Spaziergänger hier vielleicht auch mal eine Weihnachtsgeschichte lesen. Die Grundschule Mühlhofen hat bereits viele Holzscheiben erhalten, auf denen die Schüler ihre Wünsche vermerken und dann an die Weihnachtsbäume hängen können.

Beobachtet von Patricia Mairle, befestigen Piera Gürtler und Andreas Sigg eines der Schilder am Weihnachtsweg.
Beobachtet von Patricia Mairle, befestigen Piera Gürtler und Andreas Sigg eines der Schilder am Weihnachtsweg. | Bild: Holger Kleinstück

Viele Menschen fragen nach einer Neuauflage des Weihnachtswegs

„Die Leute haben schon richtig drauf gewartet“, hat Piera Gürtler festgestellt. „Wir wurden schon Wochen vorher von vielen darauf angesprochen, ob wir den Weg auch dieses Jahr wieder aufbauen werden.“ Mittlerweile ist er fertig und die Geschichten – von Maria und Josef auf der Suche nach einer Herberge über die Hirten auf dem Feld bis zu den drei Königen aus dem Morgenland – können hier noch bis mindestens zum Dreikönigstag „erlaufen“ werden.

Die Szenen der Weihnachtsgeschichte sind in der Verlängerung der Löhlestraße in Mühlhofen zu sehen. Erreichbar ist der Weihnachtsweg ...
Die Szenen der Weihnachtsgeschichte sind in der Verlängerung der Löhlestraße in Mühlhofen zu sehen. Erreichbar ist der Weihnachtsweg auch über die Verlängerung des Aspenhauwegs über den Apfelberg (rechts) oder über die Weitfeldstraße aus Richtung des Verkehrsübungsplatzes (links). | Bild: Reiner Jäckle