„Aller guter Dinge sind vier“, teilte Museumsdirektor Gunter Schöbel dem SÜDKURIER aufgrund der mehrmaligen Behandlung im Gemeinderat mit. „Wir werden jetzt umgehend daran gehen, die nächsten Schritte vorzubereiten.“ Der Heimat- und Pfahlbauverein, Träger des Vorhabens, wollte ursprünglich zu seinem 100-jährigen Bestehen 2022 den ersten Flügel des Erweiterungsbaus eröffnen, was sich aber um ein Jahr verschieben wird, wie Schöbel im Vorjahr sagte.

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In der öffentlichen Zusammenkunft am 2. Juli 2019 hatte das Ratsgremium den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans gefasst und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstiger Träger beschlossen. Diese erfolgte im August und September 2019. Im Februar 2020 hatten die Bürgervertreter nach einer mehr als zweistündigen Debatte den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans verabschiedet. Der Beschluss musste allerdings einen Monat später wiederholt werden, weil er aufgrund eines Verfahrensfehlers der Gemeindeverwaltung für nichtig erklärt worden war.

Auch auf diesem Grundstück, das die Mitarbeiter des Pfahlbaumuseums teilweise als Parkplatz nutzen, soll der Anbau des Freilichtmuseums entstehen.
Auch auf diesem Grundstück, das die Mitarbeiter des Pfahlbaumuseums teilweise als Parkplatz nutzen, soll der Anbau des Freilichtmuseums entstehen. | Bild: Kleinstück, Holger

Auf Grundlage der im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung und der förmlichen Beteiligung (April und Mai 2020) eingegangenen Stellungnahmen wurde entschieden, eine Lärmprognose zu erstellen. Mit weiteren Änderungen beschloss der Gemeinderat im Oktober 2020 die erneute Offenlage für eine Dauer von drei Wochen vom 3. bis 24. November 2020. Kurz vor Ende der öffentlichen Auslegung hatte sich aber herausgestellt, dass die Anlagen zur eingeholten Lärmimmissionsprognose nicht mit ausgelegt waren. Außerdem war ein Darstellungsfehler in den Hinweisen zur Zulässigkeit der Anlieferung von Lastkraftwagen mit Kühlaggregaten festgestellt worden. Nicht zuletzt hatte das Landratsamt dem Planer empfohlen, die zu große, in Salem liegende naturschutzrechtliche Ausgleichsfläche auf den für die rund 10 000 Ökopunkte benötigten Bereich zu begrenzen.

Erneute, auf drei Wochen begrenzte Offenlage

Vor diesem Hintergrund war aus Gründen der Rechtssicherheit vom Gemeinderat eine erneute, auf drei Wochen begrenzte Offenlage (21. Dezember 2020 bis 11. Januar dieses Jahres) beschlossen worden. Eine vollständige Auslegung der Lärmimmissionsuntersuchung erfolgte, und ein Fehler in den Hinweisen zu der Anlieferung von Lastkraftwagen mit Kühlaggregaten wurde korrigiert. Wesentliche Stellungnahmen waren in der verkürzten Offenlage laut Planer Benedikt Müller von der Planstatt Senner aus Überlingen nicht eingetroffen, man habe nur redaktionelle Änderungen vorgenommen.

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Bei den Gegenstimmen von Nadine Bohn (CDU), Kerstin Kaspar (FW) und Renate Eiberger (SPD) verabschiedete das Ratsgremium den Bebauungsplan als Satzung. Außerdem billigte es den dafür notwendigen, von Bürgermeister Dominik Männle mit den Vertretern des Vorhabenträgers unterzeichneten Durchführungsvertrag. Für Diskussionen im Vorfeld hatten stets die Ausmaße der im zweiten Bauabschnitt, parallel zur Seefelder Straße geplanten neuen Ausstellungshalle gesorgt, die maximal 12,45 Meter hoch und rund 40 Meter lang werden soll. Der Inhaber des Hotels Sevilla sah zwar grundsätzlich die Notwendigkeit einer Museumserweiterung ein, befürchtete dadurch aber erhebliche und unzumutbare Nachteile für den Hotelbetrieb.