Etwa 52 Wohnungen in acht zweieinhalbgeschossigen Gebäuden inklusive Tiefgarage sollen im Gewann Apfelberg in Mühlhofen entstehen. So sieht der Entwurf der Firma Marquardt Projektentwicklung aus Herrenberg in Zusammenarbeit mit Schaudt Architekten aus Konstanz vor. Der Entwurf entstand im Rahmen eines Wettbewerbs und wurde jetzt im Gemeinderat vorgestellt. Das Gremium war voll des Lobes über die Pläne und stimmte der Vergabe des Grundstücks an das Herrenberger Unternehmen zu.

Neun Angebote lagen der Jury vor

Der Gemeinderat hatte zwischenzeitlich das Planungsbüro Stadt-Land-Plan aus Stuttgart mit der Ausschreibung des Grundstücks für das Baugebiet beauftragt. Nach Mitteilung von Ortsbaumeister Fabian Stephan erarbeitete das Büro zusammen mit der Verwaltung und einer Jury aus Mitgliedern des Gemeinderats und externen Fachleuten die Ausschreibung. Neun Angebote seien eingegangen, die in mehreren Durchgängen bewertet worden seien.

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„Nach langer Sitzung sind wir zu einem klaren Ergebnis gekommen“, sagte Architekt Eckart Rosenberger aus Fellbach. „Es war ein anonymes und sehr faires Verfahren, wir waren in keinster Weise beeinflusst.“ Die Jury sei zum Urteil gekommen, dass der Entwurf der Firma Marquardt städtebaulich-architektonisch überaus gelungen sei: „Den Verfassern gelingt es, ein neues Wohnquartier mit überzeugender städtebaulicher Ensemblewirkung und hoher identitätsstiftender Aufenthaltsqualität für seine zukünftigen Bewohner zu generieren.“

Zellulose aus recyceltem Altpapier als Dämmstoff

Das Quartier am Apfelberg soll wie alle Projekte von Marquardt in Hybridbauweise entstehen, sprich kombiniert mit verschiedenen Baustoffen. „Wir unterscheiden dabei Tragwerk und Hülle“, schreibt Bauingenieur Joachim Marquardt in einer Pressemitteilung. „Die tragenden Wände sind aus Beton, die Hülle besteht aus hochwärmegedämmten, maßgefertigten Holzfassadenelementen.“ Auch bei der Dämmung werde auf Nachhaltigkeit gesetzt, indem ein ökologisches Material verwendet werde: Zellulose aus recyceltem Altpapier.

Gabriele Busam, FW: „Ein großes Kompliment. Ich freue mich darauf, dass das Quartier bald steht“.
Gabriele Busam, FW: „Ein großes Kompliment. Ich freue mich darauf, dass das Quartier bald steht“. | Bild: Archiv

Verkehr bleibt aus dem Quartier nahezu draußen

Geplant sind acht Mehrfamilienhäuser als KfW-40-Effizienzhäuser mit bis zu 52 Wohnungen. Auffällig ist eine zentrale Spielstraße mit drei großzügigen Wohnhöfen. Hochbeete, Sitzgelegenheiten und Kinderspielplätze sind vorgesehen. Der Individualverkehr soll direkt am Eingang des Quartiers in eine Tiefgarage geleitet werden, wodurch das Innere des Wohnviertels nahezu autofrei bleiben wird. Die Ausstattung der Wohnungen ist hochwertig geplant: Dazu gehören Fußbodenheizungen, Echtholzparkett, elektrische Handtuchwärmer und Videosprechanlagen mit Farbdisplay. Die Wohnungen sollen alle zu den begrünten Quartiershöfen ausgerichtet werden. Dort sei ein Wasserspielt geplant, als Symbol für Leben und die Kraft der Gemeinschaft.

Jean-Christophe Thieke, CDU: „Nachhaltigkeit steht nicht nur auf dem Papier wie so oft, sondern wird wirklich umgesetzt.“
Jean-Christophe Thieke, CDU: „Nachhaltigkeit steht nicht nur auf dem Papier wie so oft, sondern wird wirklich umgesetzt.“ | Bild: Ewald Schlegel

Einhellige Zustimmung im Gemeinderat

Gemeinderätin Gabriele Busam (FW) dankte: „Ein großes Kompliment. Ich freue mich darauf, dass das Quartier bald steht.“ Helmut Halbhuber (FW) schloss sich an: „Mich überzeugt das ökologisch und ökonomisch.“ Das Projekt passe sehr gut in diesen Bereich, „ich hoffe auf schnelle Realisierung.“ Dominico Ferraro (SPD) sah soziale und ökologische Gesichtspunkte miteinander verbunden. „Das hat die Chance, lebendig zu wirken.“ Christine Allgaier (BuF) sagte, dass ohne das vorgeschaltete Verfahren „sicher etwas Langweiligeres“ entstanden wäre. „Das Vorhaben wertet Mühlhofen an dieser Stelle auf.“

Christine Allgeier, BuF: „Das Vorhaben wertet Mühlhofen an dieser Stelle auf.“
Christine Allgeier, BuF: „Das Vorhaben wertet Mühlhofen an dieser Stelle auf.“ | Bild: Archiv

Warum man solche Verfahren nicht schon früher in der Gemeinde angewendet habe, fragte sich Meinrad Holstein (FDP): „Der Konzeptentwurf ist sehr überzeugend.“ Auch Wolfgang Metzler (BuF) zeigte sich „sehr positiv überrascht“, schließlich sei er dem Projekt anfänglich mit großer Skepsis gegenübergestanden. Und Jean-Christophe Thieke (CDU) sagte: „Nachhaltigkeit steht nicht nur auf dem Papier wie so oft, sondern wird wirklich umgesetzt.“

Helmut Halbhuber, FW: „Es passt sehr gut in diesen Bereich. Ich hoffe auf schnelle Realisierung.“
Helmut Halbhuber, FW: „Es passt sehr gut in diesen Bereich. Ich hoffe auf schnelle Realisierung.“ | Bild: Archiv

Bürgermeister: Konzept setzt Gedanken der Teilhabe konsequent um

Bürgermeister Dominik Männle sagte, das Konzept von Marquardt überzeuge, weil der Gedanke der Teilhabe konsequent umgesetzt werde. „Dazu gehören, Innen wie Außen, zentrale Treffpunkte für die Bewohner aller Generationen, barrierefreie Wohnungen, erschwingliche Preise, nachhaltiges Bauen und flexible Grundrisse.“ Man werde jetzt Gespräche mit dem Ingenieurunternehmen RBS Wave wegen der Erschließung führen und den Bebauungsplan an die Gegebenheiten anpassen. Männle schloss: „Wir freuen uns alle drauf.“