Bis auf Weiteres gibt es einen Aufnahmestopp für die Warteliste für Liegeplätze im Sportboothafen. Das hat der Gemeinderat in seiner letzten Zusammenkunft vor der Sommerpause beschlossen. Bürgermeister Dominik Männle sagte, auf der Warteliste stünden rund 300 Interessenten, die teilweise schon über zehn Jahre auf einen Liegeplatz warten. Der Sportboothafen der Gemeinde, der von den Tourist-Betrieben als wirtschaftlicher Betrieb geführt wird, verfügt über 212 Liegeplätze zwischen zweieinhalb und fünf Metern Breite.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommission arbeitet aktuelle Warteliste ab

Wie der Rathauschef informierte, habe die Hafenkommission in ihrer dritten Sitzung intensiv über die Neuregelung der Vergaberichtlinien und die Abarbeitung der Warteliste diskutiert. Da diese Abarbeitung sehr viel Zeit in Anspruch nehme, habe die Hafenkommission dem Gemeinderat den Aufnahmestopp empfohlen. Die Kommission war im November 2019 aus Vertretern der Wassersportvereine, Verwaltung und Gemeinderat gebildet worden. Ihre Aufgabe ist es, mehr Transparenz bei der Vergabe der Liegeplätze zu schaffen.

Bootsgemeinschaften wurden schon 2021 verboten

Denn schon seit längerem diskutiert der Gemeinderat darüber, die Vergaberichtlinien für die Hafenliegeplätze zu ändern. Im Mai 2021 hatte das Gremium beschlossen, bis zur Neugestaltung der Richtlinien keine Bootsgemeinschaften mehr zuzulassen. Bis dahin war es möglich, dass Inhaber von Liegeplätzen jederzeit Bootsgemeinschaften mit von ihnen ausgewählten Personen eingehen konnten.

Die Gemeinschaften mussten nur bei der Gemeinde angezeigt und die Zulassungs- und Versicherungspapiere des Bootes vorgelegt werden. Damit war es möglich, ganz legal zu einem Liegeplatz zu kommen – an der Warteliste vorbei. „Der Andrang im Hafen ist riesengroß und wir sollten den Leuten auf der Warteliste eine Chance geben. Wenn es so weitergeht, dann wird es immer schlimmer“, hatte Gemeinderat Wolfgang Metzler im April 2021 befürchtet.