Filme genießen, die auf einer überdimensionalen Leinwand gezeigt werden – und das vom eigenen Auto aus? Eigentlich nichts Neues, schließlich gibt es das aus den USA stammende Freilichtkino schon seit den 1930er Jahren. Doch in Zeiten von Corona, wo es heißt Abstand zu halten, erfährt das Autokino eine Renaissance.

Auch Martin Möcking und Matthias Becht, die Macher der Kleinkunstbühne „Alte Fabrik“ in Mühlhofen, werden in den nächsten Wochen Filme auf einer mindestens zwölf mal sieben Meter großen Leinwand mit zwei Beamern zeigen. Den Auftakt macht am Maifeiertag das südkoreanische Drama „Parasite“, das als erstes nicht-englischsprachiges Werk den Oscar 2020 als bester Film erhielt.

Probleme mit den großen Verleihfirmen

Nachdem die Entscheidung feststand, dass die Alte Fabrik coronabedingt vorübergehend kein Programm anbieten kann, überlegten sich Becht und Möcking, was man machen könne. „Vielleicht Kabarett? Der Künstler ist auf der Bühne und wir übertragen es auf die Leinwand“, erläuterte Möcking. Doch habe man sich dann schnell entschieden, zunächst Filme, sprich Autokino, zu zeigen. Ursprünglich war auch an große internationale Produktionen gedacht, wie im echten Kino eben. „Das aber stößt auf Schwierigkeiten bei den großen Verleihfirmen“, so Möcking. „Aktuelle Filme ja, vom Portfolio ist es in etwa das, was wir in den letzten zehn Jahren in der Fabrik schon gezeigt haben“, erklärt Becht. Klassiker stehen bei ihnen auch auf der Wunschliste, Kinderfilme sind aufgrund des Jugendschutzgesetzes nicht machbar.

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Becht und Möcking machen darauf aufmerksam, dass zur Einhaltung der derzeit gültigen Verordnung der Landesregierung die entsprechenden Vorgaben dringend beachtet werden müssen. So können Tickets ausschließlich online gebucht werden, sie werden dann durch die Autoscheibe gescannt. Pro Fahrzeug sind nur jeweils zwei Personen zugelassen zuzüglich eigener Kinder. Pro Person im Fahrzeug wird ein Ticket benötigt.

Gäste bekommen Kopfhörer – desinfiziert und luftdicht verpackt

Normalerweise empfangen die Autokino-Besucher den Filmton über das Autoradio, was aber derzeit aufgrund von Schwierigkeiten bei der Vergabe der UKW-Frequenzen noch nicht möglich ist. Deshalb arbeiten die Autokino-Macher mit sogenannten Event-Funk-Kopfhörern, die die Gäste beim Check-In desinfiziert und luftdicht verpackt erhalten. Einen Gastroservice wird es nicht geben, Snacks und Getränke gibt es aber online im Vorverkauf, die Übergabe erfolgt am Check-In nach dem Ticket-Scan. Eine freie Parkplatzwahl ist nicht möglich, die Einweisung wird das Personal übernehmen.

Einlass ist 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Bei der Bestellung des Filmes sollte angegeben werden, ob man mit SUV, Sprinter oder ähnlich größerem Fahrzeugen kommt. Cabrios und Fahrzeuge mit einer Höhe über 1,80 Meter sind nicht zugelassen. Möcking: „Je niedriger, desto besser.“ Das Verlassen des Fahrzeugs ist nur zum Aufsuchen der sanitären Einrichtungen gestattet, nicht zum Rauchen.

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Bürgermeister Lamm freut sich auf die erste Vorführung

Übrigens: Bereits im Frühjahr 2016 war in der Gemeinde die Rede davon, Kinofilme auf einer Videowand an der neuen Tourist-Information zu übertragen. Zur Diskussion stand eine Videowall an der nördlichen Außenfassade, die aber aus Kostengründen nicht realisiert wurde.

Bürgermeister Edgar Lamm freut sich jetzt auf das Autokino: „Ein ganz tolles Angebot in dieser durch das Coronavirus geprägten Zeit. Ich bin mit meiner Frau dabei und wir werden die Vorführung genießen. Die Vorfreude ist riesig“, sagt er.

 

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