Ende Februar war das Team um Leiter Gerhard Schumacher noch mit einem Stand auf der Messe Retro Classics in Stuttgart vertreten. Doch schon zweieinhalb Wochen später musste das Museum geschlossen werden, seitdem befanden sich die Mitarbeiter in Kurzarbeit.

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Bis weit in den Spätsommer hinein hätten mittlerweile rund 300 Gruppen ihren Besuch storniert, bedauert Silvia Georgi, Assistentin der Museumsleitung. „War das anfangs nur für Mai und Juni, geht das jetzt schon bis in den September hinein.“ Sie zeigt sich überzeugt, dass sich diese Stornierungswelle das ganze Jahr über fortsetzen wird. „Somit ist auch das Ergebnis der kommenden Monate verhagelt“, auch wenn man jetzt wieder öffne. „Es steht ein hartes Jahr vor uns, das ist ganz klar. Schließlich finanzieren wir uns ausschließlich über Eintrittsgelder.“

Silvia Georgi im Eingangsbereich des Museums, wo die Besucher auf das coronabedingte Abstandsgebot hingewiesen werden.
Silvia Georgi im Eingangsbereich des Museums, wo die Besucher auf das coronabedingte Abstandsgebot hingewiesen werden. | Bild: Kleinstück, Holger

Der Besucherandrang an den beiden zurückliegenden Wochenenden, an denen das Museum bereits geöffnet hatte, war laut Georgi „leider sehr überschaubar“. Aufgrund der Corona-Verordnung dürfen ab Mittwoch lediglich 120 Personen gleichzeitig in das Museum. Zum Vergleich: An Regentagen im vergangenen Sommer besuchten laut Georgi rund 1000 Personen das Museum über den Tag verteilt.

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Alle Corona-Schutzmaßnahmen habe man gewissenhaft umgesetzt, zeigt sie sich überzeugt. Der Vorteil des Hauses sei, dass man über breite Gänge und breite Treppenhäuser verfüge. „Das Abstandsgebot ist bei uns problemlos umsetzbar“, erläutert Schumachers Assistentin.

Abstände können gewahrt werden

Den Rundgang könne jeder in seinem eigenen Tempo machen, wer es etwas eiliger habe, könne mit eineinhalb Metern Abstand andere Besucher überholen, „kein Problem“, sagt Georgi. Außerdem habe man im Museum keine Touchscreens, die desinfiziert werden müssten. Die Besucher sollen auch jetzt trotz aller Schwierigkeiten in Kindheitserinnerungen schwelgen, eine Zeitreise erleben und alle Alltags- und Corona-Sorgen vergessen. Silvia Georgi betont: „Das kann der Besucher bei uns, weil er nicht alle paar Meter aufpassen muss, dass er sämtliche Regeln einhält.“

Besucher erhalten Eintrittsbändel mit QR-Code

Aufgrund einer vom technischen Leiter Martin Weishaupt vorgenommen Änderung lassen sich jetzt über den Ticketverkauf nicht nur die eingehenden, sondern über das Drehkreuz am Ausgang auch die austretenden Gäste genau registrieren. So wird genau feststellbar, wie viele Personen sich gerade im Museum befinden.

Martin Weishaupt, technischer Leiter des Auto- und Traktormuseums, zeigt, wie Besucher von nun an mit einem Chip die Drehkreuze passieren. So kann die Besucherzahl genau kontrolliert werden.
Martin Weishaupt, technischer Leiter des Auto- und Traktormuseums, zeigt, wie Besucher von nun an mit einem Chip die Drehkreuze passieren. So kann die Besucherzahl genau kontrolliert werden. | Bild: Kleinstück, Holger

Silvia Georgi erläutert: „Der Gast bekommt an der Museumskasse den Eintrittsbändel mit QR-Code. Das ist seine Eintrittskarte. Diesen Bändel wickelt er um sein Handgelenk. Der QR-Code wird vom Gast selbstständig und kontaktlos am Drehkreuz abgescannt und er bekommt so den Eintritt zur Ausstellung. Wenn der Gast auf Toilette geht oder eine Pause im ‚Jägerhof Restaurant‘ einlegt, kann er danach wieder selbst und ebenfalls wieder kontaktlos in die Ausstellung, ohne nochmals an der Kasse anstehen zu müssen.“

Historische Vorführungen und Patina-Treffen geplant

Das Team des Museums und des ebenfalls heute wieder öffnenden Jägerhofs hat Georgis Ausführungen zufolge alle Schutz- und Hygienemaßnahmen umgesetzt und blicke jetzt zuversichtlich nach vorn. Zum dritten Mal in Folge sollen in den Sommerferien die historischen Vorführungen stattfinden. „Die sind sehr beliebt und viele Gäste fragen bereits danach“, sagt Georgi, die von einer „schönen Ergänzung zum Homeschooling“ spricht. So könne man Nachhilfeunterricht in Heimat- und Sachunterricht, in Technik und Geschichte geben. Die Vorführungen könnten „wunderbar mit Abstand“ beobachtet werden.

Höhepunkt soll ein großes Patina-Treffen mit über 40 Jahre alten Fahrzeugen aller Art am Wochenende des 24. und 25. Oktober werden. Fahrzeuge ohne Hochglanz und Chrom, sondern „gebraucht, rostig, skurril und exotisch“, so Georgi, sollen dann zu sehen sein. Die Planung dazu laufe seit Herbst, viele Anmeldungen aus ganz Deutschland lägen schon vor. „Wir blicken auch hier nach vorn. Wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, darf man den Kopf nicht hängen lassen.“

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